Das Sorgentelefon für Angehörige von Menschen mit Suchtproblemen ist am Wochenende von Freitag bis Sonntag und allen gesetzlichen Feiertagen erreichbar und zwar jeweils von 8 bis 22 Uhr unter der Rufnummer: 06062 60767
DRK-Gundsätze und Suchtselbsthilfe

 

DRK-Grundsätze und Suchtselbsthilfe

 

 

 

Menschlichkeit

 

Das Deutsche Rote Kreuz bemüht sich in seiner Tätigkeit, menschliches Leiden überall und jederzeit zu verhüten und zu lindern. Es tritt aktiv für die Würde aller Menschen mit Abhängigkeitsproblematiken ein, die in ihrer Gesundheit und in ihrem Leben besonders belastet und bedroht sind. Wir in den DRK-Suchtselbsthilfegruppen sind bestrebt, Leben und Gesundheit zu schützen und die Eigenverantwortung jedes Einzelnen zu stärken. Wir hören Hilfesuchenden zu, helfen ihnen, fördern ihre Selbstheilung und treten gesellschaftlich für sie ein. Die Unterstützung in Form der DRK-Suchtselbsthilfe stellt das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen nicht in Frage. Menschen mit Abhängigkeitsproblematiken und deren Angehörige werden in den DRK-Suchtselbsthilfegruppen in ihrer Würde und Einzigartigkeit geachtet.

Wir begegnen ihnen dort mit Respekt und ohne Vorurteile.

 

Unparteilichkeit

Die DRK-Suchtselbsthilfegruppen haben das zentrale Anliegen, Menschen in ihrer Not zu helfen. Wir unterstützen Menschen mit Abhängigkeitsproblematiken und unterscheiden dabei nicht nach ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität, Religion, gesellschaftlichem Status oder politischer Überzeugung. Auch das Geschlecht und die sexuelle Orientierung der Hilfesuchenden sind nicht von Bedeutung. Ausschlaggebend ist allein die Tatsache, dass diese Hilfe benötigen. Unsere Suchtselbsthilfegruppen sind bemüht, den betroffenen Menschen nach dem Maß ihrer Not zu helfen und dabei den dringendsten Fällen den Vorrang zu geben. Dieser unparteiliche Ansatz spiegelt sich auch im gesellschaftlichen Einsatz gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit Abhängigkeitsproblematiken wider.

 

Neutralität

 

Um sich das Vertrauen zu bewahren, enthalten sich die ehrenamtlichen Gruppensprecher und Gruppenmitglieder zu jeder Zeit politischen, religiösen oder ideologischen Auseinandersetzungen. In den DRK-Suchtselbsthilfegruppen sind die Teilnehmenden füreinander da. Hier treffen sich unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Überzeugungen und Schicksalen. In den Gruppen geht es nicht3 darum, anderen Gruppenmitgliedern eine Meinung aufzuzwingen oder Meinungen anderer abzuwerten. Die Gruppensprecher ergreifen keine Partei, sondern versuchen bei diesbezüglichen Auseinandersetzungen eine vermittelnde Haltung einzunehmen.

 

Unabhängigkeit

 

Die DRK-Suchtselbsthilfegruppen arbeiten nach den satzungsgemäßen Bestimmungen des DRK und gestalten ihre Arbeit auf Grundlage der Gesetze der Länder und des Bundes. Durch finanzielle Zuwendungen der öffentlichen Hand und anderer Kostenträger wird die Suchtselbsthilfe unterstützt. Um jederzeit nach den Grundsätzen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung handeln zu können, müssen die DRK-Suchtselbsthilfegruppen ihre Eigenständigkeit bewahren. In diesem Sinne darf ihre Entscheidungskompetenz hinsichtlich Ausmaß und Form der Hilfe nicht durch Vorgaben der Zuwendungsgeber beeinträchtigt werden.

 

Freiwilligkeit

 

Die DRK-Selbsthilfegruppenarbeit ist nicht auf materiellen Gewinn ausgerichtet. Sie schöpft ihre Kraft aus uneigennützigem ehrenamtlichen Engagement, Respekt und gegenseitigem Vertrauen. Dabei werden die ehrenamtlichen Gruppensprecher von hauptamtlichen Fachkräften unterstützt. Der Besuch einer DRK-Selbsthilfegruppe ist freiwillig und kostenfrei und steht Menschen mit und ohne Abhängigkeitsproblematiken als Mitgestaltende offen.

 

Einheit

 

Bundesweit sind alle DRK-Gliederungen – so auch die Selbsthilfegruppen – Teil der Einheit des Deutschen Roten Kreuzes. Alle DRK-Selbsthilfegruppen handeln daher im Rahmen der satzungsgemäß und rechtlich vorgegebenen Struktur des Gesamtverbandes. Um Menschen mit Abhängigkeitsproblematiken im gesamten Bundesgebiet helfen zu können, wird eine flächendeckende adäquate Suchtselbsthilfe angestrebt. Lokaler Bedarf und lokale Besonderheiten finden dabei in der Ausgestaltung der Arbeit der Selbsthilfegruppen Berücksichtigung. Die Selbsthilfegruppen stehen in einem fachlichen Austausch untereinander und sichern so die ständige Weiterentwicklung ihrer Arbeit auf einem gemeinsamen Standard.

 

Universalität

 

In der Arbeit des DRK zur Suchtselbsthilfe wird der Einsatz für Menschen mit Abhängigkeitsproblematiken als gesamtgesellschaftliche und universelle Aufgabe gesehen. Auch wenn die Arbeit der DRK-Suchthilfegruppen sich auf das deutsche Territorium beschränkt, wird erkannt, dass Suchtproblematiken nicht an nationalen Grenzen Halt machen. So stehen die DRK-Suchthilfegruppen in Deutschland, insbesondere auch Menschen mit Migrationshintergrund, offen. So werden gegebenenfalls auch Erfahrungen der Suchtselbsthilfe aus anderen Ländern genutzt oder eigene auf Anfrage gegeben.

 

 

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