Urlaub und kleiner (großer) Sieg über den Alkohol!

#1 von Theodor , 24.03.2015 09:30

Hallo Leute,
…so jetzt bin ich zurück aus Sylt. Eine Woche ganz Nobel in einem aRosa- Resort. Die ganze Zeit hab ich darüber nachgedacht ob ich da eigentlich hingehöre. Ich meine, man darf ja nicht vergessen das ich mich die letzte zwei Jahrzehnten nur als Dreck gefühlt habe, das prägt schon ganz schön stark!
Es wäre gar nicht möglich gewesen mich morgens in einem Frühstücksraum zu setzen und ein Messer zu bedienen geschweige denn abends am Büffet teilzunehmen. Gut, ich war in den letzten 2Jahren öfter in solchen Häusern (seit ich nüchtern bin) aber ich hatte mir da keine Gedanken drüber gemacht.
Dieses Mal war`s nun ganz anders, ich beobachtete mich ganz intensive und genau. Vielleicht war das Zuviel? Jedenfalls sah ich plötzlich überall den Alkohol, in der Raucher Loge (all die reichen Pinkel mit Zigarre und Whisky) in der Lobby mit seinen Decken hohen Barregalen!

Aber es war der Sekt am Frühstücks Büfett was mich schließlich umhaute, ich weis nicht wies mir auf einmal geschah, ich bekam Schweißausbrüche zitterte am ganzen Körper: „ich muss was trinken!“ An Frühstück war nicht mehr zu denken: “ich muss hier raus!“ Auf dem Zimmer dachte ich nur an die Minibar (glaubt mir, ich ging fast die Decke hoch) Was tun? Ich musste raus, raus, raus! Schnappte mir meinen Rucksack und ging. Ging in den Nördlichsten Rewemarkt Deutschlands, kämpfte mich an dem Nördlichsten Spirituosen regal vorbei und kaufte vier Flaschen Wasser! Nur raus, raus, raus und ab in die Dünen, Zwei Stunden brauchte ich bis zum Ellenbogen, dem Nördlichsten Punkt Deutschlands und trank, trank und trank an meinem Wasser. Dort sah’s ich dann am Strand (nun ganz ruhig) und dachte über das erlebte nach.
Wie nahe der Alkohol doch war! Ich bin noch lange nicht frei, und der Spruch „Tag für Tag ein neuer Kampf“ bekam eine neue Bedeutung für mich! Nun, diesen Kampf hatte ich gewonnen, …wie gut das tat!

Vielleicht hatte ich die ganze zeit einfach Zuviel nachgedacht? oder?


Theodor

 
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RE: Urlaub und kleiner Sieg über den Alkohol!

#2 von Friedel , 24.03.2015 09:58

Schön, dass Du wieder zurück bist Theo. Vielen Dank für deine Ehrlichkeit. Solche Kämpfe gibt es bei mir manches Mal heute noch, aber irgendwie kann und wollte ich es nie schriftlich festhalten. Immer habe ich es mit mir selbst ausgefochten, ist manches Mal auch falsch. Aber egal, richtig oder falsch, Du hast es geschafft, ich habe es geschafft und warum? Weil wir etwas tun dafür, d.h. für mich Selbsthilfegruppe und die Ehrlichkeit zu mir selbst. Du hast das toll gemacht, denn ich weiß wie schwer es ist in so einem Zustand dem Alkohol zu widerstehen. Die Gier wird immer größer und alles innerliche Reden hilft oft nicht, aber das Wassertrinken schon. Das habe ich schon wie oft gemacht. Aber das Glücksgefühl anschließend, wenn man so einen Zustand überwunden hat, ist so warm und man spürt es im ganzen Köper. Wo hat man nur die Kraft hergenommen, fragt man sich dann. Es hat funktioniert und Du bist nicht umgefallen, Wahnsinn.
Du bist wieder da Theo - und Du bist ein großes Stück gewachsen!!! Ich bin total stolz auf Dich.
LG Friedel

 
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RE: Urlaub und kleiner Sieg über den Alkohol!

#3 von Willi , 24.03.2015 10:48

Wenn bei mir die Gedanken anfangen ist es meistens schon zu spät! Das mit dem Wasser trinken merke ich mir!

 
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RE: Urlaub und kleiner Sieg über den Alkohol!

#4 von Friedel , 24.03.2015 13:49

Lieber Willi, Du wirst es auch schaffen!!! Da bin ich mir ganz sicher, ein Schritt nach dem Anderen und kauf' Dir jeden Tag einen Kasten Wasser (soll ein Witz sein). Vielleicht brauchst Du auch zwei? Spaß beiseite, mir hat das Wassertrinken viel geholfen. Ich war wieder einmal im Entzug und zwar deshalb, weil ich kein Geld und nichts mehr zum Saufen hatte. Nachts bekam ich Schweißausbrüche und hatte nichts mehr.... Also habe ich mir Wasser hineingeschüttet und habe mir eingeredet, dass dies der Stoff ist, den ich dringend brauche. Natürlich war da keine Wirkung - und das war die Hölle. Aber...., irgendwie habe ich damit die Nacht überstanden. Über den darauf folgenden Tag möchte ich jetzt nicht schreiben, aber es war schlimm, aber doch nicht so schlimm, dass ich dann aufgehört hätte mit dem Saufen. Oh nein, irgendwann, als ich wieder Geld hatte, ging der ganze Spuk wieder von vorne los. Was war das für ein Leben, oder soll ich lieber sagen, vegetieren? An solche höllischen Tage erinnere ich mich, wenn ich wieder daran denke, mir etwas zum Saufen zu holen. Ganz schnell vergeht mir dann die Gier nach dem ersten Glas!!! Ich denke sehr oft an Dich, lieber Willi und ich glaube ganz fest daran, dass Du es auch schaffst, denn warum wärst Du sonst hier bei unserem "staubtrockenen" Verein. Du suchst Deinen Weg um aufhören zu können und wir werden Dich dabei, soweit es uns möglich ist, unterstützen. Aber stehenlassen musst Du das erste Glas, das können wir leider nicht für Dich tun!

 
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RE: Urlaub und kleiner Sieg über den Alkohol!

#5 von Gast , 24.03.2015 14:38

Ich komme gerade vom Einkaufen. Ich hatte Zeit und blieb vor dem Saufregal (so nannte ich es früher) stehen und betrachtete die vielen Flaschen, ich wunderte mich über mich selbst, der Anblick löste in mir überhaupt nichts aus. Dann kam ich heim und lese den Bericht von Theodor, über diese schlimme Anfechtung. Theodor ich bewundere dich, ich glaube vor meiner jetzigen trockenen Zeit hätte ich nicht widerstanden. Gott sei Dank habe ich zur Zeit Ruhe vor Saufdruck oder Gedanken an Alkohol. Ich denke du hast recht damit, wenn du meinst, dass du zuviel an Alkohol gedacht hast.
Das ging mir früher oft so, solange ans Saufen gedacht, bis ich es tun musste. Aber nehme es als
Zeichen, daß der alte Gauner Alk noch ziemlich aktiv ist bei dir.
Mach weiter so!

LG Texi


RE: Urlaub und kleiner Sieg über den Alkohol!

#6 von Karin , 24.03.2015 14:43

Willi,es sind noch mehr,die an dich denken. Wir haben alle ähnliches erlebt. Wie Friedel dir schon geschrieben hat. Du musst dir deinen Weg suchen. Manchmal sind Umwege nötig aber sie erhöhen die Ortskenntnisse. Für mich war jeder Rückfall ein neuer Lernprozess. Es sollte wohl alles so sei, bis ich es endlich kapiert habe.
Liebe Grüße von Karin!

 
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