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ist jetzt der richtige Zeitpunkt ?

#1 von Peter851 , 25.05.2015 10:56

Ich habe vor einigen Tagen wohl den Fehler gemacht, mich abends noch kurz vor dem Schlafengehen im Forum zu meinem Thema PTBS und Depri zu äußern. Die Folge: 2 Sch...Nächte mit bösen Erinnerungen an psychische und physische Erniedrigungen aus meinem Leben vor 50 - 60 Jahren (bin Jahrgang 51). Als Folge hatte ich nach beiden Nächten wohl ein massives sogenanntes depressives Morgentief. Auch für den Rest dieser Tage war ich kurz vom absoluten mentalen Nullpunkt. Verschwinden diese bösen Erinnerungen denn nie?????? 7 Jahre in ambulanter psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung haben bis jetzt zu keiner Besserung geführt...scheinbar ein hoffnungsloser Fall.........

Auch die dritte Nacht war wenig erfreulich. Ich träumte von einem demnächst anstehenden chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose. Als ich nach der Aufwachsphase wieder zu klarem Denken fähig war, eröffnete mir der Arzt, dass ich für den Rest meines wegen eines Problems in der Halswirbelsäule beim intubieren querschnittsgelähmt sein werde....tolle Aussichten, sich nicht einmal selbst die Nase putzen zu können, von anderen Dingen ganz schweigen.....meine Ersparnisse reichen hoffentlich für einen assistierten Suizid im Ausland mit allen Folgekosten aus..........mit diesen Gedanken war der Übergang zwischen Traum und Tag ausgefüllt.........

 
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RE: ist jetzt der richtige Zeitpunkt ?

#2 von Texi , 25.05.2015 12:02

Guten Morgen, Peter
Es ist schön, dass du trotz deiner depressiven Phase wieder hier schreiben kannst. Diese Beschäftigung mit deinen Problemen vorm Schlafengehen ist wirklich nicht richtig. Bei mir war das früher oft auch so, aber im Laufe der Zeit habe ich mir angewöhnt abends solche Themen und Gedanken abzublocken. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Ich lese abends nichts emotional aufregendes und stimme auch das Fernsehgucken darauf ab. Deine langjährige Therapie blieb weitgehend erfolglos? Warum? Liegt es am Therapeuten? Der beste Therapeut ist oft man selbst. Den Weg muss man selbst gehen. Der Therapeut ist der Wegweiser und versorgt unterwegs mit Proviant.
Vor 3 Jahren war ich durch meine Krankheit dort, wie du es in deinem Traum beschreibst: bewegungsunfähig im Bett, sich nicht selbst die Nase putzen können, von anderen Dingen ganz zu schweigen......Nach dem ersten Schock hatte ich viel Zeit zu Nachdenken, auch über Therapien und Therapeuten und was ich dort gelernt habe. Und ich konnte vieles umsetzen, anders bewerten, die Zeit dazu hatte ich. Ich bin wieder auf die Beine gekommen, ganz wörtlich. Und ich lebe anders seitdem, achtsamer wie es heute heißt.
Peter, wenn du wieder nacht gequält wurdest von deinen Träumen, bleib nicht liegen, steh auf und schreib wie es dir geht. Hier im Forum wirst du gelesen und verstanden. Gib nie die Hoffnung auf, ich bin sicher auch dir wird es wieder besser gehen.

LG Texi

 
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Die Hoffnung stirbt zuletzt......

#3 von Peter851 , 29.05.2015 11:49

Hätte ich jemals die Hoffnung auf Besserung aufgegeben, hätte ich meine Therapie schon früher abgebrochen oder vielleicht auch mein teilweise als mies empfundenes Dasein beendet. Ich glaube, ich werde immer dann in Richtung mentalem Nullpunkt gedrückt, wenn ich mich hilfslos meiner PTBS ausgeliefert fühle. Während ich meinen Alk-Suchteufel bis jetzt erfolgreich in Sicherheitsverwahrung unter Kontrolle habe, gibt es scheinbar immer wieder neue Trigger um nachts jahrzehntealte Traumata noch einmal nacherleben zu müssen. Der Ratschlag, Alpträumen während des Aufwachens eine positive Wendung zu geben im Sinne eines Happy-Ends, funktioniert nicht. Ich bin dann mental praktisch eingefroren, ich kann nicht mal denken, so wie schon mal der Computer-Bildschirm einfrieren kann. Erst dauert dann Stunden, bis meine Seele wieder so weit aufgetaut ist, dass ich realisiere, dass ich überlebt habe.
Im Ruhrgebiet geboren, möchte ich meine Seele dort mit dem Zustand der Oberfläche vergleichen. Auf den ersten Blick heile Welt. Doch kommen immer wieder an unerwarteten Stellen mehr oder weniger umfangreiche sogenannte Bergschäden vor. Bei mir scheint es so zu sein: Ist ein Bergschaden mit mehr oder weniger großem Aufwand behoben, bricht unerwartet irgendwo an anderer Stelle die Erde ein, mit mehr oder minder bösen Folgen. Deshalb werden meine Therapeuten wohl nicht so schnell arbeitslos, zumindest so lange die Krankenkasse mitspielt.

 
Peter851
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