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Co-Abhängigkeit

#1 von marianne , 09.02.2015 08:12

Meine Sicht der Dinge

„nur Mit-Betroffenheit“ oder doch Co-Abhängigkeit

Besteht bei mir ein übergroßes Bedürfnis nach Zuwendung, Aufmerksamkeit und Bestätigung.
Fühle ich mich nur gut, wenn mein Umfeld zufrieden mit mir ist?

Suche ich Beziehungen mit abhängigen Partnern oder Freunden?

Meine Co-Abhängigkeit beginnt in dem Augenblick, in dem ich kontrollieren will, was mein Partner/Kind oder meine Freunde tun, und das Tun und Handeln nicht ihnen überlasse sondern ich mich dafür verantwortlich fühle.

ich respektiere den anderen nicht als selbst- und eigenständig, weil ich mich auch nicht so sehen kann.

ich lenke mich von mir selbst und dem unverarbeiteten Schmerz meiner Vergangenheit dadurch ab, dass ich andere erwachsene Menschen retten oder verändern will.

Ich verwechsle die Welt hier und heute mit der meiner Kindheit, in der es ja wirklich so war und ich von der Hilfe anderer abhängig war.

Es sind ganz oft immer wieder die gleichen Sätze und Themen die bei unseren Gruppenabenden bearbeitet werden.

Wie oft haben wir sie in unserer Kindheit gehört und so übernommen:

Über Gefühle spricht man nicht.
Seine Gefühle zeigt man nicht.
Sei stark und gut und auch perfekt.
Sei selbstlos und vor allen Dingen:
ein Mann weint doch nicht!
usw.

Ein Teil unserer Ziele:

Hilfe durch Nicht-Hilfe zu erlernen.
Für mich bedeutet das, mein falsches Verhalten abzulegen, denn wenn das Gleichgewicht in Richtung übergriffige Hilfe und übergriffige Fürsorge kippt, und ich die gesunde Abgrenzung vernachlässige, verstricke ich mich mit den Problemen und Verhaltensweisen des anderen.

Nicht-Hilfe aber nicht mit Nichts-Tun zu verwechseln und diesen Unterschied zu verinnerlichen.
Ein stabiles Selbstbewusstsein zu erarbeiten mit der Fähigkeit, über Gefühle und Beziehungen zu reden und Stärke im eigenen Handeln zu erlangen und Schuldgefühle abzulegen und auch Schuldzuweisungen abzulehnen.

Ich freue mich, wenn mit der Zeit viele Kommentare, mit neuen und vielleicht auch ganz anderen Gedanken, hierzu geschrieben werden.

Marianne

 
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zuletzt bearbeitet 11.02.2015 | Top

RE: CoAbhängigkeit

#2 von Karin , 09.02.2015 21:54

Ich glaube, ich habe mich mit die CoAbhängigkeit nie so richtig auseinander gesetzt. Für mich bedeutete das in erster Hinsicht ein Helfersyndrom, welches auf alle Fälle keine echte Hilfe für den Betroffenen ist. Mir ist auch klar das der CoAbhängige Partner unter diesem Zustand leidet. Er hat aber erstmal nicht die Kraft , sich davon frei zu machen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen z. B. Schuldgefühle, aber auch aus Unkenntnis über die Krankheit.
Es kann aber auch möglich sein, dass dieses für das eigene Selbstwertgefühl gebraucht wird.Erst wenn der Leidensdruck groß genug ist, wehrt man sich
Mir war es immer wichtig, die Frauen aus der SHG zum Nachdenken zu bringen, wie es wohl ihrem Partner oder ihren Kindern in der Situation geht. Was diese durchmachen.
Eigentlich bleiben die Angehörigen in dem Moment auf der Strecke, wo es die Betroffenen geschafft haben, ihre Krankheit zu besiegen.
Diese erhalten Anerkennung und viel Hilfestellung wenn sie anfangen ihr Leben neu zu oganisieren.
Viele glauben, die Probleme der Angehörigen sind damit ja gelöst.
Aber auch sie müssen ihr Leben total umkrempeln. Sie waren immer für den anderen da und haben für ihn so manche Entscheidung getroffen und Verantwortung übernommen.
Jetzt ist das alles nicht mehr notwendig. Mit einem Mal hat man freie Zeit, mit der man noch gar nichts anfangen kann.

Dies sind bisher für mich die wichtigsten Aspekte CoAbhängigkeit gewesen.

Karin

 
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RE: CoAbhängigkeit

#3 von marianne , 10.02.2015 07:45

Hallo Karin Danke für deinen Kommentar..PN folgt....marianne

 
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geänderter Link

#4 von Friedel , 01.03.2015 13:54

http://www.blaues-kreuz.de/bundeszentrale/uebersucht/info_angehoerige/co_selbsttest/

Ganz interessant, ein Selbsttestbogen vom Blauen Kreuz, könnt Ihr Euch ja einmal ansehen!

 
Friedel
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zuletzt bearbeitet 01.03.2015 | Top

RE: geänderter Link

#5 von Texi , 02.03.2015 09:25

Hallo Friedel, den kenne ich. Ich war zwei Jahre bei einer SHG vom Blauen Kreuz in Darmstadt, nach der Arbeit. Hat mir gut gefallen dort.
LG Texi

 
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