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  • RückfallprophylaxeDatum16.02.2019 07:31

    Suchthilfe e.V.



    Alkoholismus ist eine typische Rückfallkrankheit. Rückfälle sind die Regel und nicht die Ausnahme. Mindestens 80 Prozent aller Entgiftungspatienten werden innerhalb eines Jahres rückfällig. Wenn zusätzlich eine Entwöhnungstherapie stattgefunden hat, sinkt der Anteil Rückfälliger auf rund 50 Prozent innerhalb von vier Jahren.
    Fragen dazu stellt Wolfgang Schwalenstöcker dem Chefarzt der Median Klinik Flachsheide, Dr. Thomas Redecker.

  • Streitgespräch Kontrolliertes TrinkenDatum07.02.2019 07:34
    Foren-Beitrag von Theodor im Thema

    Ich finde diese Diskussion sehr interessant denn ich erlebte, grade in letzter Zeit, sehr viele Menschen die es mit Kontrolliertem Trinken versuchten.
    Am Anfang habe ich sie nur belächelt, dann wurde ich richtig böse auf sie, denn es war nicht immer ganz einfach wenn sie in unserer Gruppe saßen und über ihr trinken berichteten. Immerhin waren einige Gruppenmitglieder, die immer noch schwer am Kämpfen waren, anwesend und dann sitzt da jemand und erzählt das er nur ne halbe Flasche Schnaps getrunken hat und ist ganz stolz auf sich.
    Was wollen die hier? wo bin ich hier eigentlich? dachte ich oft.
    Erst später, als ich sie näher kennenlernte, dachte ich das es doch eigentlich egal ist welcher Weg sie in unsere Gruppe brachte, Hauptsache ist es doch dass sie sich überhaupt auf einen Weg gemacht haben!
    Man muss auch Wege akzeptieren, die für einen selbst nicht in frage kommen, sagte ich mir.
    Ich persönlich habe noch niemanden kennengelernt der es mit Kontrolliertem Trinken Schafte ein besseres Leben zu führen. Ich habe aber einige erlebt die durch das Kontrollierte Trinken in die Gruppe fanden, dort auch geblieben sind und für sich herausfanden das der abstinente Weg immer noch am besten ist!

  • Streitgespräch Kontrolliertes TrinkenDatum07.02.2019 07:27
    Thema von Theodor im Forum Alkohol

    In einem "Streitgespräch" um kontrolliertes Trinken und Abstinenz prallen 2 ausgemachte Experten aufeinander. Prof. Dr. Joachim Körkel und Dr. Thomas Redecker.
    eine Sendung des Suchthilfe-TV

  • Jahreswechsel 2018-2019 von TheodorDatum02.01.2019 03:29
    Blog-Kommentar

    Hallo Heidi,
    ich kenne das nur zu gut, hab es oft ähnlich erlebt.
    Ich bin auch oft dabei an meine Grenzen gestoßen, wenn ich zuschauen musste wie sich ein Leidensgenosse innerhalb kürzester Zeit so dermaßen runtergeschaft hat.
    Das ging dann manchmal so weit das ich mich, aus Verzweiflung, am liebsten danebengesetzt hätte und mitgesoffen hätte. Friedel hat mir immer gesagt das es besser ist zu zweit zu dem betreffenden hin zu gehen, das hatte ich danach beherzigt und es stimmt, mir ging nachdem ich es so gemacht hatte viel besser damit.
    Grade das abwarten, bis sich die betreffende Person endlich helfen lassen will, oder kann, ist manchmal so schwer auszuhalten und braucht so viel Kraft und Geduld. Ich kann das nur weil ich mich immer selbst dabei sehe, denn ich habe es oft bei mir so erlebt und bin dankbar dafür das mir geholfen wurde!
    Respekt das du dich für deine Gruppenmitglieder so einsetzt denn ich weiß was das heißt, aber es ist wie mit allem, man muss sowas nicht allein durchstehen. Nimm dir doch beim nächsten Mal auch jemanden an deine Seite.
    Gruß Theodor

  • Thema von Theodor im Forum Alkohol

    Aus dem Titelthema 6/16 der TrokkenPresse: …trocken. Und wo bleibt die Liebe?


    Endlich trocken – und wo bleibt die Liebe?
    Zerbrechende Partnerschaften, dramatische Trennungen: Die meisten Alkoholabhängigen werden im Verlaufe ihrer Krankheit damit konfrontiert. Denn Alkohol „löst“ im wahrsten Sinne auch Beziehungen auf … Aber wie beziehungsfähig sind wir Süchtigen dann, wenn wir endlich entgiftet sind und eine Therapie hinter uns haben? Im Kopf wieder klar, das Leben euphorisch neu beginnend, das Herz voller Sehnsucht nach einem Menschen, mit dem wir dies auch teilen können … Sind wir wirklich „reif“ für eine neue Liebe? Welche Chancen birgt sie, welche Gefahren? Die TrokkenPresse hat dazu trockene Alkoholiker nach ihren Erfahrungen befragt, den Suchttherapeuten Thomas Sioda und den Chefarzt der Hartmut-Spittler-Klinik Berlin, Dr. Darius Tabatabai, interviewt.

    Sex, drugs and liebestoll! Alki sucht Frau – ein Selbstversuch

    „Geduld“, sagt die Selbsthilfegruppe, „Meide Anlässe und Gelegenheiten, bei denen Alkohol konsumiert wird und wird‘ erstmal richtig trocken! Keine neuen Beziehungen im ersten Jahr und schon gar keine abendlichen Balzversuche in einschlägigen Lokalitäten!“

    „Vorsicht“, sagt die Erfahrung. Denn am Anfang vom Ende jeder einzelnen meiner Trinkpausen stand eine leidenschaftliche Frauengeschichte. Sex, drugs und regelrecht liebestoll. Das Ganze endete zuverlässig mit einem „Rückfall“, jeder Menge Scherben und schlussendlich immer auf der Entgiftungsstation des nächstgelegenen Krankenhauses.

    „Leg‘ endlich los“, sagt nun mein Sponsor. Denn ich lebe als süchtiger Mensch nun mal in einer konsumierenden und weitgreifend „selbst süchtigen“ Gesellschaft und habe die Wahl, mich vor einer echten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu verstecken oder es wirklich in die Hand zu nehmen.

    Gewappnet mit diesen Hintergrundinformationen, dem Segen meines Sponsors und mit etwa einem Jahr Trockenheit im Nacken, machte ich mich auf die Suche nach dem verlorenen Leben – und der verlorenen Liebe. Leider hat mein Suchtmittel stets das Gleiche gesagt wie mein Sponsor, und so startete ich, voller Zweifel, einen waghalsigen Selbstversuch mit ungewissem Ausgang. Im Verlauf des Jahres gewann ich tatsächlich an Selbstvertrauen und sollte noch eine Menge wertvoller Erfahrungen sammeln. Die erste dieser zum Teil abenteuerlichen Geschichten, den Sprung ins kalte Wasser sozusagen, habe ich hier aufgeschrieben.

    Anfang des Jahres bekam ich das Gefühl, es müsse irgendwas passieren. Ich wollte wieder unter Menschen, runter vom Abstellgleis und endlich zurück ins Leben. Und so begann ich eine Weiterbildung, nährte mein Selbstvertrauen und verknallte mich gleich zu Beginn in ein zartes, blondes Geschöpf mit sympathischem Lächeln und Masterabschluss. Die Dame arbeitete vor Ort, trug ihre blonden Haare offen und bis weit über das wohlgeformte Gesäß hinaus. Und sie ließ bei unserem Aufnahmegespräch ständig ihre Unterlagen fallen, was ich sehr sympathisch fand, weil sie dabei krampfhaft versuchte, einen souveränen Eindruck zu machen. „Das liegt an mir!“, dachte ich und haderte trotzdem, denn ich hatte noch nie vollkommen nüchtern eine Frau angesprochen. Nach drei Tagen bat ich recht unbeholfen und ziemlich unsicher um einen Termin, zwecks näheren Kennenlernens. Das Unglaubliche geschah und sie bejahte, worauf ich vor Schreck erst mal zur kopflosen Flucht ansetzte, den Raum verließ und beinahe hyperventilieren musste. Ich schwebte auf Wolke sieben und schmiedete Heiratspläne. Leider hatte ich in all der Hektik total vergessen, das bevorstehende Date in irgendeiner Form konkret abzusprechen, was mich zwei weitere Tage des Zauderns und Zweifelns kosten sollte. Letztendlich kamen wir überein und verabredeten uns am Ostkreuz.

    Und schon ging das Kopfkino los. Was mache ich, wenn Sie was trinken gehen will? Wie fängt man(n), ohne einen im Tee, ein Gespräch mit einer Frau an und hält es am Laufen? Ich kann doch diese Form von „Bewerbungsgespräch“ unmöglich mit dem Satz beginnen: Mein Name ist soundso und ich bin Alkoholiker. Das käme irgendwie einem vorauseilenden Trennungsgesuch gleich. Und was mache ich eigentlich, wenn sie mir Fragen zu meinem bisherigen Leben stellt? Auch das wäre fatal und ganz sicher das sofortige Ende, denn ich hatte ein paar eher weniger erfolgreiche und sehr turbulente Jahre hinter mir und im Vollrausch so manches eingerissen. Keine normale Frau hätte sich das länger als eine Minute angehört.

    Bei dieser Gelegenheit wurde mir wieder einmal klar, wie sehr ich in meiner Rolle als Alkoholiker gefangen war. Meine ganze Identität, mein Vokabular und meine potentiellen Gesprächsthemen waren einfach nur süchtig. Und so legte ich mir Ausreden zurecht, führte fiktive Dialoge und fühlte mich plötzlich unwohl. Ich dachte an Abbruch. Um es kurz zu machen: Wir trafen uns, und es regnete in Strömen. Meiner aufrichtigen Befürchtung, sie könne schnurstracks in die nächste Cocktailbar rennen, trat sie mit ihrem Vorschlag, irgendwo ein Eis essen zu gehen, überraschend entgegen. „Warum will sie denn keinen Cocktail mit mir trinken?“, dachte ich mir und war sogar ein bisschen gekränkt. Ich wischte den Gedanken schnell wieder beiseite und auf einmal war ich es, der krampfhaft versuchte, einen souveränen Eindruck zu machen. Wir liefen also durch den nasskalten Regen und suchten nach einer Eisdiele. Nach etwa einer Stunde des erfolglosen Suchens (nach Eis und Themen für‘s Gespräch), landeten wir dann doch in einer Cocktailbar. Da saß ich nun. Mit ‘ner Apfelschorle in der Hand und ‘nem gewaltigen Stock im Arsch, suchte ich verkrampft nach einem Einstieg. Die Getränkebestellung verlief relativ unspektakulär, auch wenn ich meinte, dass sie darauf zu warten schien, was ich bestellte und etwas irritiert auf die Schorle in meiner Hand glotzte. Derweil kam sie nicht mal auf die Idee, mir irgendwelche Fragen zu stellen und spielte ständig mit Ihrem Handy herum. Jetzt bestellte auch sie endlich – einen alkoholfreien Cocktail. Ich fand, es lief ganz gut für mich. Irgendwie.

    Wir begannen ein oberflächliches und humorloses Gespräch über ihren Ex-Freund. Das war ein potentielles Minenfeld, denn meine letzten drei Beziehungen scheiterten allesamt an den Folgen meines Alkoholkonsums. Doch noch immer keine Fragen von ihr. Dafür legte sie jetzt richtig los. Vor mir saß eine Masterabsolventin, eine „Intellektuelle“, die Stein und Bein darauf schwor, dass es nichts auf der Welt gäbe, was unterhaltender wäre als „Big Brother“. In der Folge wurde es immer schlimmer und sie lobte das gesamte Grusel-Programm von RTL2 rauf und runter! Doch damit nicht genug: Ihre Vorstellungen von einem gelungenen Leben, das ganze konforme, nachgeplapperte und meinungslose Geschwafel, wurden mir schnell unerträglich. Vielleicht, weil sie ihr Leben im Griff hatte und ich nicht. Vielleicht auch, weil ich mich auf meinem Weg in die Trockenheit doch sehr verändert hatte. Man müsse schließlich sein Potential entfalten, trällerte sie, und etwas Richtiges aus sich machen. So gesehen konnte ich gar nichts Richtiges sein.

    Ich fand einfach keinen Einstieg in ihre Themen und begann fataler Weise nun doch, von mir und meinem Leben zu erzählen. Ich deutete die Katastrophen der Vergangenheit und meinen Dachschaden an und sparte dabei den Alkoholismus aus, was das Ganze nur schlimmer erscheinen ließ. Aber sie hatte entweder nicht zugehört oder ein gewaltiges Brett vor dem Kopf. Und während sie, parallel zu unserem Date, die aktuellen „Wisch und Weg“-Angebote auf Tinder checkte, mit ihren „Fakebook“-Freunden chattete und ihren Ex verfluchte, fragte ich mich wiederholt, ob denn nun ein Cocktail dieses Desaster nicht doch in irgendeiner Weise abschwächen oder erträglicher machen konnte. Konnte dieser eine Drink mir wirklich schaden?

    Das war jetzt wirklich gefährlich und mir wohlbekannt. So kam ich zu der erschütternden Erkenntnis, dass ich mich ohne das erste Glas scheinbar einfach nicht locker machen konnte. Und vielleicht auch deshalb konnte sie, zumindest in meiner individuellen Wahrnehmung, einfach nicht damit aufhören, dämlich zu sein. Plötzlich „durfte“ ich wieder nichts trinken. Früher jedenfalls, hätte ich mir so eine ganz einfach schön, bzw. schlau gesoffen, sagte ich mir. Mit einem im Cocktail in der Hand, hätte ich mich skrupellos als eingefleischter Big Brother-Fan geoutet, Dieter Bohlen und von mir aus auch Helene Fischer zitiert und wäre erfahrungsgemäß zum Zuge gekommen! Denn sie war wirklich schön …Und da war es schon wieder: Das Gefühl des Verlustes. Hier saßen wir nun: Ein bekloppter Alki und eine smartphonesüchtige, optische Mogelpackung. Und beide wollten nach Hause. Ich schwor mir, dass ich künftig noch genauer hinsehen und nachfühlen würde!

    Im Verlauf des Jahres folgten noch einige weitere dieser krampfhaften Trockenübungen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich, aber immer trocken. Und mit jedem Mal gewann ich mehr Selbstvertrauen. Sicher hatte ich bei all dem auch Glück, aber zumindest in einem Punkt lag mein Sponsor richtig: Ich hatte mich dem Leben gestellt und es hatte sich tatsächlich etwas bewegt. Ich konnte wertvolle Erfahrungen sammeln und fühle mich heute bei meinen Dates, auch ohne das soziale Schmiermittel Nummer eins in der Hand, nicht mehr ganz so unsicher. Und schlussendlich durfte ich auch feststellen, dass ich mit meinem Junggesellendasein gar nicht sooo unzufrieden bin.


    „Es ist erlaubt, Single zu sein“
    Interview mit Suchttherapeut Thomas Sioda (Suchtberatungsstelle Berlin-Hohenschönhausen, Gemeinschaftsprojekt von Gesundheitsamt und Stiftung SPI)

    Sie begleiten Suchtkranke u.a.in Nachsorgegruppen und Einzelgesprächen. Wie ist ihre Erfahrung: Wie wichtig ist das Thema, neue Beziehung finden‘ nach der Therapie?

    Thomas Sioda: Der Wunsch nach Partnerschaft ist auf jeden Fall da, das wird in vielen Gesprächen deutlich. Jeder Mensch hat Sehnsucht nach einer Beziehung, wenn er alleine ist. Viele Alkoholkranke haben ja Trennungen hinter sich durch den Alkoholkonsum. Andere wiederum konzentrieren sich nach der Therapie eher darauf, wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Wiederum andere bringen sich gleich einen neuen Partner aus der Therapie mit.

    Ist es nicht zu früh, gleich während oder nach der Entwöhnung eine neue Beziehung zu suchen?

    Es gibt kein Pauschalrezept. Jeder ist an einem anderen Punkt. Durch eine Therapie beginnt ein Prozess, der bei jedem anders verläuft. Für viele scheint es aber ein Makel zu sein, Single zu sein. Und manche denken: Lieber eine schlechte Beziehung als gar keine Beziehung. Bei anderen besteht die Gefahr, sich wieder gleiche frühere Beziehungsmuster zu suchen, Beziehungen, in denen sie abhängig sind oder wieder Gewalt erfahren werden.

    Wir hinterfragen das hier bei uns genauer, statt Ratschläge zu geben, es ist immer eine individuelle Sache. Und wir empfehlen auch, nicht in die Klinik zur Therapie zu gehen, um dort einen Partner kennenzulernen …

    Weshalb wird das in Kliniken nicht gerne gesehen, dass man sich da verliebt?

    Herzchen in den Augen könnten zwar die Therapie beflügeln – aber auch ablenken vom Behandlungsziel. Mein Rat: Kontakte aufbauen, ja – aber die Beziehung, wenn möglich, erst nach der Therapie beginnen, langsam aufbauen, unter dem Motto „Alles zu seiner Zeit“.

    Es heißt, dass Entwöhnte im ersten Jahr nur Verantwortung für eine Pflanze übernehmen sollen, im zweiten dann für ein Haustier, und erst im dritten Jahr danach für einen Menschen …

    Das ist mir so nicht bekannt. Aber der Kern ist wohl: Zuerst einmal Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Lernen, nicht immer nur für andere da sein zu wollen, wie Suchtkranke das so oft tun. Und wenn, dann – man kann sich ja nicht aussuchen, wann man sich verliebt – es langsam angehen, man muss ja nicht gleich zusammen ziehen und heiraten. Eine Beziehung kann man ja auch langsam wachsen lassen, man kann sich langsam annähern.

    Man sollte sich immer fragen und ehrlich dabei sein: Bin ich innerlich schon so weit? Denn man muss schon stark sein für eine Beziehung, sie kostet Zeit und Energie, nach der ersten Verliebtheit kommen meist Konflikte, Streitigkeiten. Damit muss man umgehen können – und es sollte sich jeder hinterfragen, ob er das dann schon kann, nach nur ein paar Monaten Therapie.

    Ihr Rat für Beziehungssuchende?
    Unsere Empfehlung ist immer, nicht zwanghaft zu sein, nicht zu sehr nach einer Beziehung zu suchen. Partnerschaft ist ja nicht alles im Leben. Es ist erlaubt, Single zu sein. Sie sollten sich immer ehrlich befragen: Hängt für mich wirklich das ganze Lebensglück von einer Beziehung ab? Oder welche Ziele habe ich nach der Therapie überhaupt? Beruflich zum Beispiel? Oder wollen Sie doch überhaupt erst einmal grundlegend das Leben wieder konsolidieren, wieder an Selbstbewusstsein gewinnen, Selbstwert wieder aufbauen?

    Ich rate dazu: Alles zu seiner Zeit, eins nach dem anderen. Was Priorität hat, muss sich jeder selber beantworten.

    Welche Chancen haben Paare, die sich als trockene kennenlernen?

    Wir führen da keine Statistik. Es ist wie mit jeder andere Partnerschaft auch, ich denke nicht, dass man schlechtere Chancen hat, wenn man abhängig ist. Wichtig ist, wie man die Beziehung gestaltet, wie gut man seine Bedürfnisse ausspricht. Mein Rat an trockene Paare:

    Klare Regeln finden, solche wie zum Beispiel: ,Familienfeiern – bei uns gibt es keinen Alkohol, das wäre eine Riesengefahr‘. Oder: ,Gäste bekommen ein Glas Sekt, mehr nicht, das macht uns beiden nichts aus‘.

    Welche Vorteile hat eine Beziehung zwischen Trockenen? Welche Gefahren birgt sie?

    Es kann nur von Vorteil sein, wenn man sich outet und outen kann, wenn die Krankheit kein Tabu ist. Wenn beide abhängig sind, scheint es einfacher zu sein, als wenn der Partner daheim trinkt. Es ist leichter, Regeln aufzustellen wie zum Beispiel „kein Alk zuhause“. Gefahr besteht, wenn man nicht kommuniziert und keine klaren Absprachen trifft. Und wenn ein Rückfall auftritt, dass man sich dann gegenseitig runterreißt bis hin zu sehr dramatischen Situationen.

    Beispiele: Wir haben ein Paar aus der Nachsorge, das inzwischen sogar geheiratet hat. Und wir haben auch ein Paar, da ist einer rückfällig geworden und an den Folgen verstorben. Das sind Extreme und dazwischen gibt es alles, ist alles möglich.

    Das erste Date – sollte man sich gleich outen?

    Wozu beim ersten schon? Es ist natürlich von der Situation abhängig. Aber den jeweiligen Menschen macht doch mehr aus als nur der frühere Alkoholkonsum, das ist doch nicht die Haupteigenschaft eines süchtigen Menschen. Es geht doch um gegenseitige Sympathie. Man kann sich ja erstmal in einem Café treffen zum Beispiel, nicht in einer Bar. Es erstmal abchecken und sagen, dass man keinen Alkohol trinkt. Und dann sieht man weiter, ob Nachfragen kommen.

    Gar nicht davon reden geht nicht auf Dauer, der Moment kommt ja früher oder später …

    Also: so offen wie möglich sein, aber man muss sich nicht gleich outen.

    Das Interview führte Anja Wilhelm

    Pairing/Paarbildung in der Entwöhnungstherapie: Chancen und Risiken neuer Beziehungen
    Entwöhnungstherapien finden in einer sehr schwierigen Behandlungsphase statt. Nach der in den meisten Fällen erfolgten Entzugsbehandlung ist der Körper frei von akuten Entzugssymptomen, die Seele reagiert auf das Fehlen des zuvor konsumierten Stoffes jedoch noch sehr unwillig. Bis hin zum Gefühl, sich in einer fortgesetzten Notsituation zu befinden. Ein Teil der Betroffenen empfindet aber auch eine Art von Aufbruchsstimmung, ist beseelt vom Wunsch auf Veränderung und Wiedergutmachungsaspekten. Kliniken versuchen den Menschen in dieser Zeit einen Halt zu geben und den Weg zurück in die menschliche Beziehung zu finden. Die „Lockrufe“ des Stoffes bilden dabei eine Art Soundtrack im Hintergrund, der mal lauter, mal leise zu hören ist. Welche Rolle spielt das Aufkeimen von Liebesbeziehungen unter Therapieteilnehmern in dieser Phase der Behandlung? Zunächst ist es schwierig, Zahlen zu gewinnen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema ist in der Theorie der Psychotherapie umfangreich, epidemiologisches Material ist jedoch rar. Begriffe wie der „Kurschatten“ signalisieren jedoch, dass es sich nicht um vereinzelte Phänomene handelt, sondern Pairing zum Alltag in der Entwöhnungstherapie gehört und die Kliniken zu einer transparenten Grundhaltung zwingt.

    Anhand der in den letzten 10 Jahren erfolgten Veränderungen im Umgang mit Pairing in der Hartmut-Spittler-Fachklinik für Entwöhnung lässt sich eine solche Grundhaltung bespielhaft skizzieren:

    Das Pairing galt und gilt als Risikofaktor für eine erfolgreiche Therapie.

    Auf das „warum“ gibt es eine ganz einfache Antwort, die jeder Mensch kennt, der schon einmal verliebt war und sich erinnert oder gar aktuell erlebt, wie sich dieser Zustand anfühlt: Das Verliebtsein kann etwas Rauschhaftes haben, der Alltag ist verzaubert, Banales bekommt eine völlig neue Bedeutung und von außen betrachtet wirken manche Menschen in diesem Zustand „nicht ganz zurechnungsfähig“ in einem ganz zugewandten Sinne … geschieht dies während einer Therapie, kann deren Verlauf dadurch natürlich beeinträchtigt werden, weil das Aufmerksamkeitsvermögen eingeschränkt ist, bzw. ganz fokussiert ist auf das „neue Objekt der Begierde“.

    In psychoanalytisch orientierten ambulanten Settings wird das Sich-Verlieben während der Therapie mitunter als Widerstand (ein unbewusster Vorgang) gegen den therapeutischen Prozess gedeutet und kann zum Gegenstand zahlreicher Sitzungen werden. Auch in stationären Settings analytisch orientierter Entwöhnungstherapie wird das Pairing häufig als Widerstand gegen die Therapie eingeordnet. Die Antworten darauf in der Vergangenheit und heute können jedoch sehr unterschiedlich ausfallen.

    Wurden vor zehn Jahren „neue Paare“ in der Hartmut-Spittler-Klinik identifiziert, wurde mit diesen über diese Situation gesprochen und meist eine getrennte Weiterbehandlung empfohlen, damit die Therapie eben ohne „die neue emotionale Schwankung“ fortgesetzt werden konnte. Gute Kontakte zur Fontane-Klinik ermöglichten einen recht unkomplizierten Wechsel zwischen den Kliniken.

    Auch heute kann diese Vorgehensweise erforderlich sein, sie findet aber nur noch in seltenen Fällen statt. Auch hier stellt sich die Frage „Warum?“. Die Antwort darauf fußt auf der Erfahrung, dass die recht rigide anmutende drohende „Trennung“ der neuen Paare dazu führte, dass diese Paare viel daran setzten, dass ihr neues Glück nicht bemerkt wirkt, sie es in aller Heimlichkeit kultivierten. Der dabei von außen erlebte Druck stilisierte die Beziehung nicht selten künstlich hoch und das Paar hegte Assoziationen an „Romeo und Julia“ oder „West-Side-Story“. Trennungen erfuhren dann nur die Paare, „die so ungeschickt waren, sich erwischen zu lassen“. Die Situation hatte einen weiteren doppelten Boden, denn auch Therapeuten ahnten von Beziehungen, „aber so lange es keinen Beweis gibt“, sahen sie auch keinen Handlungszwang und umgingen auf diese Weise unbequeme Gespräche. Erstaunlicherweise hielt sich diese Praxis lange Jahre und wurde erst um 2010 systematisch hinterfragt, weil das „Abtauchen“ der neuen Paare doch immer offensichtlicher wurde und der doppelte Boden auch im Sinne des psychotherapeutischen Qualitätsmanagements bearbeitet werden sollte.

    In dieser Auseinandersetzung wurde spürbar, dass der bisherige Umgang mit den Paarbildungen nicht nur in die Heimlichkeit führte, sondern auch eine moralische Implikation besaß, die für die therapeutische Zusammenarbeit eher einen destruktiven Charakter entwickelte. Das immer wieder anzutreffende Bestrafungsbedürfnis von Rehabilitanden (aufgrund von Schuldgefühlen bsw. gegenüber der Familie) traf manchmal auf unreflektierte sadistische Impulse der Behandler (aufgrund der typischen Enttäuschungen im Verlauf der Behandlung beispielsweise durch Regelverstöße oder Rückfälle). Diese von Agnes Ebi im Aufsatz „der ungeliebte Suchtpatient“ beschriebenen Prozesse sind vielen Suchttherapeuten vertraut, was aber nicht davor schützt, dass sie dennoch wirksam werden.

    In einer kritischen Reflexionsphase in zahlreichen Teamsitzungen und Fortbildungseinheiten wurde in der Folge der Umgang mit dem Pairing veränderten Regeln unterworfen:

    Das Pairing wurde unverändert als ein Phänomen eingeordnet, das Therapieprozesse gefährden kann, aber auch Ausdruck von nichtstoffgebundener Libido sein kann, was als Ressource zu verstehen wäre. Ein offener Umgang mit der veränderten Situation wird angestrebt, bei dem das „Offenlegen“ der Beziehungen und Vereinbarungen zum weiteren Therapieverlauf mit den beiden Bezugstherapeuten zum Standard gehören. Die Beziehung wird von den Bezugstherapeuten wertfrei und empathisch angesprochen, gleichzeitig aber auch einer Risikobewertung (ein technischer Begriff, der mit empathischer Grundhaltung unterlegt sein muss) unterzogen. Den Paaren werden dabei Vorschläge gemacht, wie sie einen sicheren Therapieverlauf beibehalten. Dies beinhaltet konkrete Schritte, wie den getrennten Besuch von Selbsthilfegruppen oder das Beachten von Verhaltensnormen innerhalb der therapeutischen Gemeinschaft (Rücksichtnahme auf Mitrehabilitanden orientiert an Normen aus dem Arbeitsleben). In der Praxis sind dies häufig sehr anstrengende aber auch fruchtbare Prozesse. Auf der „Therapiebühne“ bilden sich immer wieder die Grundschwierigkeiten der Rehabilitanden ab und dies gilt auch für die neue „Beziehungsbühne“. An einem Beispiel soll dies verdeutlichet werden:

    Beispiel: Frau XX und Herr XY verlieben sich

    Frau XX beginnt die Entwöhnungstherapie und wird der Gruppe 5, einer reinen Frauengruppe zugeordnet, weil sie bereits aus ihrer Ursprungsfamilie heraus wiederholt Gewalt durch den Vater erlitten hatte. Dieser hatte neben ihr auch die Mutter und die Geschwister regelmäßig alkoholisiert geschlagen. Die Mutter war nicht in Stande, sich und die Kinder zu schützen, so dass diese Situation über viele Jahre fortbestand und von Frau XX als quasi selbstverständlich erlebt wurde. Sie empfand immer wieder Hassgefühle gegenüber dem Vater, es irritierte sie aber auch, wie sehr sie ihn dennoch liebte. Auch der bagatellisierte sexuelle Übergriff eines Freundes des Vaters, als sie im Alter von 13 Jahren war, veränderte dies nicht wesentlich. Im Erwachsenenalter entwickelte Frau XX eine Präferenz für gleichsam gewalttätige und konsumierende Partner. Vom Vater ihrer Kinder trennte sie sich schließlich nach acht Jahren Ehe, nachdem sie zum dritten Mal von ihm so schwer verletzt wurde, dass sie mit einer Feuerwehr in ein Krankenhaus gebracht wurde. Im Verlauf der Entwöhnungstherapie verliebt sich Frau XX nun erneut in einen Mann mit Gewalterfahrungen: Herr XY wurde vor sechs Monaten aus einer zweijährigen Haft wegen Körperverletzung entlassen und ist danach erneut mit einem Gewaltdelikt unter Alkoholeinfluss aufgefallen. Vom Gericht wurde eine Therapieauflage verhängt und Herr XY signalisiert Veränderungswünsche, ist sich aber unsicher, ob er Abstinenz ein Leben lang aufrechterhalten möchte. Herr XY stammte aus einem Elternhaus, in dem der Vater ebenfalls regelmäßig Gewalt gegenüber den Kindern und der Ehefrau ausübte, meist unter dem Einfluss von Alkohol. In Gesprächen über den Vater nimmt Herr XY diesen in Schutz: „Hat sich den Arsch aufgerissen für uns, es fehlte uns an nichts, er war nur manchmal überfordert und wir waren auch wild, da musste er zuschlagen!“

    Frau XX und Herr XY verbringen viel Zeit miteinander und sitzen in vielen Veranstaltungen nebeneinander, so dass die Bezugstherapeuten sie fragen, ob sie eine Beziehung eingegangen sind, was beide nach anfänglichem Zögern dann einräumen. Bei den darauf regelmäßig stattfindenden „4er Gesprächen“ mit den Bezugstherapeuten (ein klassisches Instrument beim Pairing in der Klinik) kann ansatzweise das Muster der Beziehungsaufnahme (Wiederholungsaspekt) bewusst gemacht werden unter der Vermeidung der (von beiden befürchteten) Entwertung der Beziehung. Nach fünf Wochen nehmen beide wieder Abstand voneinander, weil sie sehr unterschiedliche Erwartungen aneinander feststellten und der akute Rauschzustand des Verliebtseins bereits wieder „verflogen“ war. Frau XX wird in diesem Zusammenhang an einem Abend rückfällig, setzt aber nach kurzer Detoxikation die Therapie fort und berichtet in der Rückfallbearbeitung von Enttäuschung, aber auch Schuldgefühlen nach der Trennung. Deutlich schambesetzt berichtet sie, dass es zwischen den beiden zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen mit Gewaltandrohungen von beiden gekommen war.

    Dieses Beispiel skizziert die Gratwanderung zwischen Chancen und Risiken des offenen Umgangs mit dem Pairing während der Therapie anhand eines Falles, in dem missglückende Bewältigungsmuster und „süchtige“ Beziehungsgestaltung identifizierbar werden und korrigierende Erfahrungen gemacht werden können.

    Auf der anderen Seite gibt es auch Beispiele für die Entwicklung tragfähiger Beziehungen, die aus dem Pairing während der Therapie erwachsen. Bei den Ehemaligentreffen zeigen sich immer wieder Paare, die sich während der Therapie kennenlernten und nun recht offen über ihre Situation Auskunft geben, wenn sie von aktuellen Rehabilitanden dazu befragt werden. In diesen Statements findet es immer wieder Betonung, dass die gemeinsame Erfahrung mit der Erkrankung in vielen Lebenssituationen sehr hilfreich ist. Ein Standpunkt, der auch aus der therapeutischen Perspektive nachvollziehbar ist.

    Fazit zum veränderten Umgang mit Pairing während der Entwöhnungstherapie:

    Ein nicht kleiner Teil der Rehabilitanden weist eine Biographie auf, in der die Gestaltung der Beziehung durch die Elternteile von zahleichen Defiziten und Ausfällen geprägt ist. Dennoch verfügen alle Menschen über Ressourcen, mit denen sie das Leben zumindest in Teilen auch erfolgreich gestalten konnten. Die Entwöhnungstherapie bietet eine Bühne für Ressourcen und Defizite gleichermaßen. Bezogen auf das Pairing bietet der offene Umgang die Chance, Ressourcen weiterzuentwickeln und bestehende Risiken identifizierbar zu machen. Zur Risikobewertung gehören unter vielen anderen folgende Aspekte:

    1. das Erkennen der „Verwandtschaft der Rauschzustände“,
    2. die Identifizierung der Wiederholung von Beziehungsmustern, die einen schädigenden Charakter haben,
    3. die Beziehung dient nicht allein der Rückfallprophylaxe und genügt auch nicht als solche,
    4. bei der Übernahme von Verantwortung für einander sollte die Dosis strikt beachtet werden und eine Unabhängigkeit der „Nachsorgesysteme“ bestehen, damit die Beziehung unter äußerem Druck nicht wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Im Endeffekt gelten dann Regeln, die wir Menschen ohnehin in der Gestaltung von Beziehungen konstruktiv an den Tag legen sollten – die einzuhalten uns bei näherer Betrachtung aber auch immer wieder schwer fällt.
    Therapeuten haben im Rahmen dieser Prozesse einzuschätzen, ob die Paarbildung konstruktiv gestaltet wird oder ob destruktive Entwicklungen (zum Beispiel Gewaltaspekte) überwiegen. In letzteren Fällen muss dann auf therapeutischer Seite die Entschlossenheit bestehen, einzugreifen um Schäden für Rehabilitanden abzuwenden. Wie in der Vergangenheit kann es dann auch wieder zur Indikationsstellung für getrennte Therapieorte kommen, orientiert an dem Grundsatz: wir müssen die richtige Therapiemaßnahme für die richtigen Rehabilitanden finden!

    Dr. Darius Chahmoradi Tabatabai, MBA

    Chefarzt Hartmut-Spittler-Fachklinik , Berlin

  • Süßer der Rückfall nie locktDatum23.12.2018 04:44
    Foren-Beitrag von Theodor im Thema

    Danke für die Wünsche Heidrun!

    Weihnachten und der Rückfall gingen bei mir meistens Hand in Hand. Immer nahm ich mir vor das es dieses Jahr nicht passieren würde, aber an Heilig Abend sahs ich dann doch allein in meinem Zimmer und heulte in einer Tour. Es kamen dann soviel Sachen hoch die ich ohne Betäubung gar nicht aushalten konnte.
    Manchmal half es mir das ich einfach in eine Christmette ging, nicht das ich gläubig bin aber ich suchte ruhe und andere Menschen um mich rum. Auch sog ich einfach nur die Atmosphäre in mich auf, auch wenn ich betrunken war half es mir die Nacht zu überstehen.
    Es ist komisch das ich ausgerechnet an Weihnachten vor nunmehr acht Jahren trocken wurde. Aber auch heute noch beschleichen mich an Weihnachten diese Gefühle des allein seins, ich gehe nur heute ganz anders damit um und sehe alles, dank meiner Trockenheit, in einem anderen Licht.
    Ich denke an Weihnachten auch immer viel an Freunde und Bekannte, die immer noch in ihrer Sucht gefangen sind. Ich vergesse auch nicht die Jahrzehnte und Weihnachtszeiten, die ich selbst im Tran verbracht habe und rate ihnen immer wieder, geht raus und sucht euch Hilfe egal welcher Art. In Erbach könnt ihr z.b. an Heiligabend in das Selbsthilfezentrum gehen, dort war ich vor einem Jahr auch dabei und es war sehr schön!
    Sicher gibt es auch in anderen Städten ähnliche Angebote, ihr müsst nur aktiv suchen dann findet ihr auch etwas in eurer nähe!

  • Süßer der Rückfall nie locktDatum22.12.2018 04:48
    Thema von Theodor im Forum Selbsthilfe allgemein

    Süßer der Rückfall nie lockt

    von Harald Frohnwieser aus Alk Info

    Weihnachten ist für viele Alkoholiker, auch wenn sie es geschafft haben, trocken zu sein, oft ein wahrer Gefühls-Tsunami. Da werden alte Erinnerungen wach, in denen die stillste Zeit des Jahres auch tatsächlich eine solche war. Zeiten, wo es noch eine Familie gab, wo man mit dem Partner, der Partnerin feierte. Zeiten, in denen Kinderaugen unter dem Weihnachtsbaum glänzten oder wo man mit den Eltern oder guten Freunden das Fest harmonisch feierte. Unzählige leergetrunkene Flaschen später ist dann alles anders: die Beziehung in Brüche, die Kinder längst fort und wollen nichts mehr von einem wissen. Um das Fest aber dennoch einigermaßen gut – und vor allem trocken – zu überstehen, geben zwei Experten, Chefarzt Prim. Dr. Georg Psota vom Psychosozialen Dienst in Wien und der ehemalige Leiter des Suchtkrankenhauses Maria Ebene in Frastanz in Vorarlberg, Prof. Dr. Reinhard Haller, „Alk-Info“ Lesern wertvolle Tipps.

    „Der Monat Dezember mit seiner gesellschaftlich scheinbar erwünschten alkoholangereicherten Dynamik ist für Alkoholkranke in unseren Breiten zweifelsohne eine besondere Belastungsprobe“, weiß Prim aus seiner langjährigen Erfahrung als Experte für psychische Erkrankungen. Wie aber kann man dem als Betroffener entgehen, ohne weitgehenden sozialen Rückzug? „Abgesehen davon, dass man sich klar machen kann, dass die überwiegende Zahl der alkoholischen Punschgetränke unglaublich grausliches Zeug liefert und derartige Angebote nicht einmal einen Rückfall verdienen, abgesehen davon kann man auch darauf bestehen, alkoholfreie Punschgetränke zu konsumieren. Und etliche davon sind tatsächlich gut“, ist Psota überzeugt, dass man auch ganz ohne Alkohol in eine festliche Stimmung kommen kann.
    Was den Chefarzt des Psychosozialen Dienst besonders ein Anliegen ist: „Es ist auch erlaubt sich diese Frage zu stellen und diese Frage auch anderen zu stellen, ob kollektives Punsch trinken für irgendwelche mehr oder weniger guten Zwecke wirklich die adäquate Aktivität des Advent ist.“ Doch der Experte ist sich natürlich bewusst, dass die Weihnachtszeit eine besondere Herausforderung für Alkoholkranke ist. „Diese Zeit mit ihren zahlreichen Möglichkeiten der zusätzlichen Spannung und Komplizierung in Beziehungen und intra- und interfamiliärer Konflikte ist noch einmal ein anderes Thema an möglichen Stolpersteinen für Alkoholkranke.“ Aber: „Es gibt keine Jahreszeit, zu der man einen Rückfall erleiden kann, aber in der Advent- und Weihnachtszeit schon gar nicht.“
    Nicht-alkoholisches Getränk seiner Wahl bestellen
    Doch wie kann man dem von der Gesellschaft und auch von der Werbung vorgegebenen Druck, zu Glühwein, Punsch oder Sekt zu greifen, umgehen? Psota: „Es ist leider so, dass gerade im Dezember vermehrt alkoholische Getränke angeboten und fast schon aufgezwungen werden, umso mehr ist es für Alkoholkranke wichtig ein klares Konzept zu haben. Einige Tipps dazu: Wenn man ausgeht oder eingeladen wird, dann sollte man ein nicht-alkoholisches Getränk seiner Wahl bestellen, am besten eines, dass einen schmeckt. Dabei sollte man klar und beharrlich sein. Es geht niemanden auf der Welt etwas an, warum man keinen Alkohol trinkt, dass braucht nicht das Problem des Betroffenen sein.“
    Beratende Hilfe holen
    Es ist in der Natur der Sache, dass gerade in der Weihnachtszeit Beziehungen zu einem noch stärkeren Thema werden als sie es sonst ohnehin schon sind. Dazu Dr. Psota: „Generell muss niemand gerade vor Weihnachten die Beziehungskonfliktsituationen suchen, auch nicht im Sinne des ,Sich-hineinziehen-lassens'. Wenn das sehr schwer fällt und es auf der einen oder anderen Weise misslingt, dann sollte man sich beratende Hilfe holen, es gibt einige Möglichkeiten dazu. Dabei kann das Telefon eine gute Unterstützungsressource sein.“ Freilich sollte man rechtzeitig zum Hörer greifen: „Am besten bevor der große Rausch oder die große Depression kommt.“ Nachsatz: „Viele alkoholkranke Menschen haben beträchtliche Energien, dessen sollte man sich bewusst sein und diese Energien auch verwenden.“
    Abstinenz als Elitäres präsentieren
    Auch der ehemalige Leiter des Suchtkrankenhauses Maria Ebene in Frastanz in Vorarlberg, Prof. Dr. Reinhard Haller, weiß um die Rückfallgefahren rund um Weihnachten Bescheid. „Das Risiko ist um diese Zeit besonders hoch, denn Weihnachten ist emotional sehr belastet, weil es ein Fest des Gemüts ist. Das berührt, da kommen Wehmut, Trauer, alte Kränkungen auf. Deshalb gibt es hier auch mehr Rückfälle als sonst“, bringt er die Stimmungslage vieler Alkoholkranken auf den Punkt. Wichtig ist für ihn, dass die Krankheit am Arbeitsplatz nicht verheimlicht wird, denn „da fällt ein großer Druck weg“. Und: „Man sollte seine Abstinenz als etwas Elitäres und nicht als etwas Defizitäres präsentieren.“ So wie Dr. Georg Psota rät auch Haller davon ab, sich zurückzuziehen: „Das wäre fatal.“ Um an Weihnachten nicht alleine zu sein, nimmt das Krankenhaus Maria Ebene auch ehemalige Patienten, die Angst vor einem Rückfall haben, auch kurzfristig für ein paar Tage auf, damit sie während der Feiertage nicht ganz alleine sind. Selbstverständlich kann man auch in der Klinik anrufen und sich telefonisch die Seele etwas freier reden.
    Wie ein Tunnel, durch den man durch muss
    Wichtig ist für den Suchtexperten, der auch als Buchautor erfolgreich ist, sich rechtzeitig auf die Weihnachtszeit einzustellen, damit man gewappnet ist. „Man sollte Kontakte suchen. Wertvolle Gespräche sind in dieser Zeit besonders wichtig“, rät er. Und wenn ein Rückfall dennoch passiert? „Dann sollte man sofort Hilfe suchen. Ich vergleiche das mit einem Auto, das in einem Schneehaufen gelandet ist. Wenn man dann noch Gas gibt, dann steckt man nur noch tiefer fest.“ Eines sollte man sich, so Haller, besonders bewusst sein: „Ein Rückfall ist keine Schande!“ Auch für den anerkannten Psychiater ist es wichtig, dass man Hilfe sucht: „Man sollte schon vorher schauen, dass man ein Selbsthilfenetz zur Verfügung hat. Viele unserer ehemaligen Patienten rufen andere Patienten, mit denen sie gemeinsam auf Therapie waren, an. Es kann eine sehr große Hilfe sein, sich jemandem anzuvertrauen, der ebenfalls in einer solchen Lage ist oder zumindest einmal war.“ Einen Trost für alle, deren Stimmungsbarometer vor und während der Feiertage ein Tief anzeigt, hat Reinhard Haller noch: „Weihnachten ist wie ein sensibler Tunnel, durch den man durch muss. Wenn das Fest vorbei ist und man aus dem Tunnel wieder raus kommt, dann schaut es wieder besser aus.“

  • Thema von Theodor im Forum Alkohol



    Wenn man sich einsam fühlt, ist man gefährdeter, seiner Sucht nachzugehen, egal ob das Spielsucht, Alkoholsuch, Sexsucht, Essstörungen oder andere Formen von Abhängigkeiten sind. Wieso ist das so und was kann man dagegen tun? Mehr Infos auf www.lavario.de.

  • Rückfall - und nun?Datum20.11.2018 05:51

    ...aus der sehr interessante Seite der DHS
    Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.!!!


    Sie wollen ohne Alkohol – also abstinent – leben. Damit haben Sie eine sehr gute Entscheidung getroffen! Ihr Ziel ist es, weiterhin ohne Alkohol zu leben und möglichst keinen Rückfall zu erleiden.
    Auf dieser Seite wollen wir Sie dabei mit Informationen und Tipps unterstützen!

    Doch was ist überhaupt ein Rückfall?

    Nur ein Ausrutscher?
    Rückfällig werden bedeutet, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Das passiert beim Alkohol dann, wenn man nach einer Zeit in Abstinenz wieder zur Flasche greift. Das kann schleichend oder ganz plötzlich passieren. Aber nicht jeder Alkoholkonsum führt automatisch zu einem dauerhaften Verlust der Kontrolle. Doch wer immer wieder gesagt bekommt, dass schon ein Schlückchen Alkohol die absolute Niederlage bedeutet, ist eher geneigt, sehr schnell wieder ganz abzurutschen, weil er ja ohnehin „nichts mehr zu verlieren hat“.

    Rückfall ist nicht gleich Rückfall. In der Literatur unterscheiden Fachleute zwischen einem Rückfall und einem Ausrutscher. Passiert es nur ein Mal und man hört direkt wieder auf zu trinken, kann man den Rückfall nämlich als Ausrutscher betrachten. Wichtig ist es, in jedem Fall schnell Hilfe zu suchen: durch Freunde, Familie oder professionelle Beratungspersonen. Ein Ausrutscher ist nicht gut, aber man kann dabei vieles über sich und seine Abhängigkeit lernen.


    Ein Rückfall muss keine Katastrophe sein
    Häufig ist es für Betroffene und Angehörige schwierig, mit einem Rückfall umzugehen. Sie müssen sich erst bewusst machen, dass ein Rückfall keine Katastrophe sein muss. Der Rückfall gehört zu der Krankheit Sucht dazu, denn die Bewältigung der Krankheit ist schwer. Viele Abhängige müssen den Umweg über den Rückfall machen um eine dauerhafte und zufriedene Abstinenz zu erreichen. Während Sie darauf hinarbeiten, sind Sie jedoch nicht alleine! Mit der Unterstützung durch Vertrauenspersonen, einer Selbsthilfegruppe oder Beratungsstelle kann Ihnen geholfen werden, dass der Rückfall nicht zur Katastrophe wird.

    Die gemachte Erfahrung und darüber zu reden kann helfen, sich selbst und die eigene Abstinenz zu festigen.
    Generell gilt aber: Ein Rückfall kann für Alkoholabhängige und deren Umfeld schlechte Folgen haben. Daher bietet Ihnen diese Internetseite Hilfsmittel, wie sie ihm aus dem Weg gehen können!
    ...

  • Studie über AlkoholschädenDatum06.11.2018 08:01
    Thema von Theodor im Forum Alkohol

    Aus der Webseite Alk-Info Du bist nicht allein...
    (eine sehr interessante Seite)

    Studie über Alkoholschäden
    Cellulite und 26 weitere Erkrankungen
    von Harald Frohnwieser

    Dass Alkoholmissbrauch die Leber schädigt wissen die meisten. Auch dass zu viel Alkohol nicht gut für den Magen oder für die Nerven ist, ebenfalls (siehe auch „Nicht nur die Leber ist betroffen“). Doch eine Studie, die zwei Wissenschaftler mit knapp 300.000 Patienten innerhalb von zwölfeinhalb Jahren durchgeführt haben zeigt, dass Alkohol für weit mehr Erkrankungen verantwortlich ist als bisher bekannt. Die beiden Forscher nennen die 27 häufigsten Folgeerkrankungen wie Cellulite, Asthma oder Speiseröhrenentzündung. Auch die Sterblichkeit von Alkoholikern ist besorgniserregend: Im Schnitt sterben Alkoholabhängige um 7,6 Jahre früher als Menschen, die nicht an dieser Krankheit leiden. Deshalb fordern die beiden Experten nun, dass eine Alkoholerkrankung viel früher erkannt und auch therapiert werden muss.

    Dr. Dieter Schoepf„Mit der Alkoholsucht sind sowohl psychische Probleme als auch erhebliche körperliche Beeinträchtigungen der Gesundheit verbunden“, stellt Dr. Dieter Schoepf von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn unmissverständlich fest. Der deutsche Wissenschaftler hat zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Reinhard Heun vom Royal Derby Hospital in England die körperlichen Begleiterkrankungen von nahezu 300.000 Patienten über einem Zeitraum von zwölfeinhalb Jahren untersucht und ausgewertet, die Studie ist nun im Journal “European Psychiatry” veröffentlicht.233.710 der Behandelten hatten keine Alkoholerkrankung, 23.371 waren Krankenhauspatienten mit einer Alkoholsucht. Reinhard Heun bringt das Ergebnis auf den Punkt: „Im Beobachtungszeitraum starb etwa jeder fünfte Krankenhauspatient mit Alkoholsucht in einem der Krankenhäuser, während es bei der Kontrollgruppe nur jeder zwölfte war.“
    Vielfalt wurde nicht erwartet
    Insgesamt traten bei der Studie, die in dieser Form aufgrund des langen Beobachtungszeitraums und der vielen Patienten, die untersucht wurden, einzigartig ist, 27 Krankheiten auf, die direkt mit dem Alkoholmissbrauch im Zusammenhang gebracht wurden. „Die Vielfalt der Krankheiten beim einzelnen Patienten hatten wir nicht erwartet, also die Multimorbidität, die bei Alkoholsucht auftritt und die Mortalität erhöht“, zeigte sich Schoepf gegenüber Focus online erstaunt.

    Welche Krankheiten bei den Menschen auftraten listen die beiden Forscher wie folgt auf:

    Gehirn

    1.) ischämischer Schlaganfall (Hirninfarkt)

    2.) Epilepsie

    3.) unspezifische Demenz

    Haut

    4.) Cellulite (Orangenhaut)

    Herz

    5.) Herzprobleme allgemein

    6.) Vorhofflimmern

    7.) zerebrovaskuläre Erkrankungen (Arteriosklerose der Hirngefäße, Blutgerinnsel)

    8.) periphere arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)

    Knochen

    9.) Oberschenkelhalsbruch

    Lunge

    10.) Bronchitis

    11.) Asthma

    12.) Lungenentzündung

    13.) Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

    14.) Atemstillstand

    Verdauung

    15.) Ösophagitis (Speiseröhrenentzündung)

    16.) Ösophagus-Ulkus (Speiseröhrengeschwür)

    17.) gastroösophageale Refluxkrankheit (Sodbrennen)

    18.) Alkoholische Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

    19.) Dodenitits (Entzündung der Schleimhaut im Zwölffingerdarm)

    20.) Zwölffingerdarmgeschwür

    21.) alkoholische Leberkrankheit, dazu gehören Fettleber durch Alkohol und Leberzirrhose

    22.) alkoholisches Leberversagen

    23.) alkoholische akute Pankreatitis (akute Bauchspeicheldrüsenentzündung)

    24.) alkoholische chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)

    25.) chronische Nierenerkrankungen

    26.) unspezifisches Nierenversagen

    27.) Eisenmangelanämie

    Die Untersuchungen wurden zwar ausschließlich mit Patientendaten aus Großbritannien durchgeführt, sind aber, wie Dieter Schoepf feststellt, „repräsentativ und lassen sich deshalb auf andere Allgemeinkrankenhäuser in anderen Ländern verallgemeinern“.
    Prof. Dr. Reinhard HeunWährend diese vielen durch den Alkohol bedingten Erkrankungen doch überrascht, sieht Dieter Schoepf das Ergebnis mittlerweile gelassen: „Bekannt ist, dass rund 60 Krankheiten mit Alkoholsucht einhergehen können. Die aufgeführte Liste nennt nur die 27 häufigsten.“ Und weiter: „Im Schnitt sterben Alkoholiker, die wegen gesundheitlicher Probleme in britischen Allgemeinkrankenhäusern behandelt wurden, aufgrund des Zusammenwirkens mehrerer körperlicher Begleiterkrankungen 7,6 Jahre früher als Patienten ohne Alkoholsucht.“
    Nicht alle körperlichen Erkrankungen werden erkannt
    Warum aber werden viele der obengenannten Erkrankungen bei Alkoholpatienten so selten diagnostiziert? „Patienten mit Suchtproblemen werden oft als Notfälle in Kliniken eingeliefert. Bei der Diagnose stehen dann die akuten Symptome im Vordergrund - das führt möglicherweise dazu, dass nicht alle körperlichen Erkrankungen erfasst werden“, vermutet Dieter Schoepf. Der Wissenschaftler glaubt auch, dass durch ein geringeres Schmerzempfinden und Wahrnehmungsstörungen der Suchtpatienten dazu führen können, dass bestimmte Krankheitsbilder ganz einfach nicht erkannt werden.
    Deshalb fordern beide Experten ein Screening und eine frühzeitige Therapie für Menschen, die an Alkoholismus erkrankt sind. Denn aus der Sicht der beiden Wissenschaftler verdeutlicht die Vielzahl der Erkrankungen sowie die hohe Sterblichkeit von Alkoholikern in Allgemeinkrankenhäuser, dass die Sucht in einem viel deutlicherem Zeitraum therapiert werden muss. „Durch gewissenhaftes Screening und die frühzeitige Behandlung von psychischen und körperlichen Begleiterkrankungen sollte es möglich werden, die Lebenserwartung von Alkoholkranken deutlich zu erhöhen“, ist Reinhard Heun überzeugt.

  • Foren-Beitrag von Theodor im Thema

    Ich habe ja schon viele Videos / Reportagen und ähnliches hier geteilt, aber von diesem bin ich ganz besonders beintruckt!
    Ich finde mich in verdammt vielem wieder!
    Ich finde das ist ja gerade das gute in solchen Beiträgen, dass man sich wiederfinden kann, sieht, dass man nicht ganz alleine ist in seinen Gedanken, sondern andere genauso denken und fühlen wie man selbst.

    Wie seht ihr das?

  • Thema von Theodor im Forum Alkohol


    Daniel Neumann
    Am 19.09.2018 veröffentlicht auf youtube

    Eine Sucht ist immer ein chronifiziertes Bedürfnis. Ein Weckruf der Seele, ihr zuzuhören, sie anzunehmen und die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Süchte entstehen, wenn wir den Rufen der Seele nicht zuhören oder nie gelernt haben ihnen zuzuhören, oder uns aus den verschiedensten Gründen nicht erlauben, unsere tiefen Bedürfnisse zu erfüllen. Das Ego sucht und findet einen Ersatz, eine Sucht.
    Wir sind dem nicht schutzlos ausgeliefert! Wir sind die Schöpfer unseres Lebens und in der Erfüllung unserer ureigenen Wünsche und Visionen liegt die Kraft uns von Süchten im Außen zu befreien. ABER WARNUNG: Süchtig nach reiner bedingungsloser Liebe bleibt man erfahrungsgemäß immer. :)

    In diesem Video schildere ich meine eigenen Suchterfahrungen und zeige Wege aus der Sucht auf. Es kann allerdings nur bei einem kurzen Einblick bleiben, das Thema ist sehr umfassend.


    Nachtrag 1: Ich war eigentlich nie WIRKLICH eine Rampensau. Aber ich wollte immer eine sein. ;) Manchmal ist der Wunsch der Vater des Gedanken. Auf dem Weg zu uns selbst gilt es viele Selbstbilder zu überprüfen, ihr seid live dabei wie ich eines meiner Selbstbilder demontiere. :D

  • Thema von Theodor im Forum Alkohol

    Sucht kennt keine Altersgrenzen. Alkohol, Tabak und psychoaktive Medikamente führen auch im höheren und hohen Lebensalter zu Missbrauch und Abhängigkeit sowie weiteren schweren gesundheitlichen Schäden. Auch bei illegalen Drogen gibt es eine wachsende Gruppe älterer Konsumenten, deren Bedarf an Hilfe und Unterstützung über die Behandlung der Drogenabhängigkeit hinausgeht.

    Die Zahl der älteren Personen, die Missbrauch oder eine Abhängigkeit von Alkohol, Tabak oder psychoaktiven Medikamenten aufweisen, geht in die Millionen. Bislang erhalten aber nur wenige angemessene fachliche Hilfe. Damit sich das ändert, hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) Angebote zum Thema „Missbrauch und Abhängigkeit im Alter“ entwickelt. Mit der Botschaft „Unabhängig im Alter – Suchtprobleme sind lösbar“ möchten die DHS und ihr Kooperationspartner, die BARMER, dazu beitragen, dass ältere Menschen häufiger als bisher in Beratung und Therapie vermittelt werden.

    Denn: Hilfe ist möglich. Und für mehr Gesundheit, Lebensqualität und Lebensfreude ist niemand zu alt!

    zur Webseite

  • Ex-Süchtige sind glückliche MenschenDatum09.10.2018 16:32
    Foren-Beitrag von Theodor im Thema

    Na ja, ist vielleicht bisschen Blöd ausgedrückt, aber wir wissen doch was gemeint ist.

  • Ex-Süchtige sind glückliche MenschenDatum28.09.2018 05:26
    Thema von Theodor im Forum Selbsthilfe allgemein

    Ex-Süchtige sind glückliche Menschen


    Es gibt 5 Gründe, warum Süchtige, die ihre Probleme überwinden, meist glücklichere Menschen werden als der Durchschnitt der Bevölkerung. Mehr Infos auch bei http://www.lavario.de/suchtblog

  • Sorgentelefon wird zwanzig Jahre altDatum21.09.2018 07:57
    Blog-Artikel von Theodor

    Das »Sorgentelefon für Angehörige von Menschen mit Suchtproblemen«» wird 2018 zwanzig Jahre alt. Es ist während des ganzen Jahres besetzt und unter der Telefonnummer 06062–60767 Freitag bis Sonntag jeweils von 08:00-22:00 Uhr sowie an allen gesetzlichen Feiertagen erreichbar. Initiiert wurde es 1998 von Friedel Weyrauch, Leiterin des DRK-Selbsthilfezentrums in Erbach, Bundes- und Landessprecherin der DRK-Selbsthilfegruppen, die den Dienst durchgängig seit nunmehr zwei Jahrzehnten ehrenamtlich begleitet. Dieses Angebot zeigt, dass der unermüdliche, engagierte Einsatz von Ehrenamtlichen viel bewirkt. Herzlichen Glückwunsch!

    Das Telefon steht selten still: Im vergangenen Jahr 2017 wurde das Sorgentelefon von 587 Personen in Anspruch genommen. Wobei sich kein Monat als ein besonderer Schwerpunkt herauskristallisiert hat. Zu zwei Dritteln wurde es von Familienangehörigen genutzt. Der Rest setzt sich aus Freunden und Bekannten zusammen, die Hilfe beim Umgang mit Süchtigen suchen.

    Der Bedarf wächst stetig
    Die statistische (und selbstverständlich vollkommen anonyme!) Auswertung der Anrufe zeigt: Die Anzahl der Betroffenen mit Suchtproblemen hat deutlich zugenommen. Hier wird immer wieder nach Hilfestellungen gefragt. Dies ist oft die Gelegenheit, Betroffene an Selbsthilfegruppen oder auch an Beratungsstellen in ihrer näheren Umgebung zu verweisen.
    Oftmals geht es in erster Linie um Alkoholprobleme und Drogen. Fragen zu Spielsucht, Mehrfachabhängigkeit und anderen Suchterkrankungen nehmen bislang den kleineren Teil der Anrufe ein.


    Bundesweite Dienstleistung
    Die meisten Anrufe erreichten das Sorgentelefon bislang aus Hessen. Das liegt wohl vor allem daran, dass der bundesweit erreichbare Dienst im Selbsthilfezentrum des DRK Odenwaldkreis verortet ist und durch die zahlreichen Aktivitäten und Aktionen der hiesigen Selbsthilfeeinrichtung einen relativ hohen Bekanntheitsgrad erlangt.
    Weitere Unterstützung erhält das Sorgentelefon durch den DRK Bundesverband in Berlin. Denn dank Internet und Social-Media finden glücklicherweise auch Hilfesuchende aus anderen Bundesländern immer öfter die Notfallnummer bei Suchtfragen und greifen zum Hörer. Sogar aus Österreich, der Schweiz, aus London, USA und aus Australien erreichten das Sorgentelefon Anrufe.

    Hoffnung geben
    In den Telefonaten zeigt sich, dass sehr viel Redebedarf besteht. Gespräche von mehr als 30 Minuten sind oft die Regel. Die Anruferinnen und Anrufer sind sehr dankbar, dass sie endlich eine Person am Telefon haben, die zuhören und weiterführende Angebote wie Beratungsstellen oder auch Selbsthilfegruppen mitteilen kann. Doch schon bereits das Zuhören beruhigt die Anrufer wieder und lässt Hoffnung schöpfen, dass es Hilfen für sie gibt. Das Sorgentelefon für Angehörige von Menschen mit Suchtproblemen ist am Wochenende von Freitag bis Sonntag und allen gesetzlichen Feiertagen erreichbar, und zwar jeweils von 8 bis 22 Uhr unter der Rufnummer:
    06062 60767

  • Blog-Artikel von Theodor

    Bundesweites Treffen der Fachgruppen des Deutschen Roten Kreuzes in Michelstadt und Erbach war gut besucht.
    Von Ernst Schmerker www.echo-online.de

    MICHELSTADT/ERBACH - Seit Jahren leisten zahlreiche Selbsthilfegruppen im Deutschen Roten Kreuz wertvolle Unterstützung für Menschen, die unter Süchten, Depressionen, Trauer oder anderen Einschränkungen des Lebens leiden. Viele Menschen haben ihr Leben in den Griff bekommen, in dem sie anderen halfen – und sich selbst bei dieser Gruppenarbeit stabilisierten.

    Im Odenwaldkreis ist es Friedel Weyrauch, die sich seit vielen Jahren im DRK mit Herzblut nicht nur auf lokaler Ebene für Not leidende und Hilfe suchende Männer und Frauen einbringt, sondern als Bundes- und Landesverbandssprecherin seit 1999 auch deutschlandweit engagiert ist. So war es eine Anerkennung ihrer Arbeit, als übers Wochenende das vierte von fünf bundesweiten Treffen aller DRK-Selbsthilfegruppen unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Stefan Grüttner in Michelstadt und Erbach stattfand.

    Nahezu 150 Teilnehmer waren zur Eröffnung in die Odenwaldhalle nach Michelstadt gekommen. Darüber und über die damit einhergehende Weiterbildungsbereitschaft freuten sich nicht nur Kreisvorsitzender Georg Kaciala, Bürgermeister Stephan Kelbert, Erster Kreisbeigeordneter Oliver Grobeis, Landesgeschäftsführer Nils Möller und Teamleiter Heinz Knoche vom Generalsekretariat in Berlin. Doch zunächst lieferte das Duo Peter Hoffmann und Evelyn Wendler vom Kabarett Kabbaratz mit seinen Kabbeleien in geschliffener Kleinkunstart den Beweis, dass Gesundheit nicht alles, aber ohne Gesundheit alles nichts ist.

    Im Vortrag „Aktuelle und künftige Herausforderungen der Suchtselbsthilfe“ bezeichnete Referatsleiter Wolfgang Schmidt-Rosengarten vom Ministerium für Soziales und Integration Suchtselbsthilfe nicht nur als äußerst lobenswertes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements, sondern natürlich auch als wichtiges Arbeitsfeld innerhalb der Suchthilfe. Diese Selbsthilfe sei ein unverzichtbarer Teil des differenzierten und erfolgreichen Hilfesystems für suchtkranke Menschen.

    Dass das hessische Gesundheitsministerium mit dieser Meinung nicht allein dastehe, zeige eine Studie der DAK. Die besage, 56 Prozent der Deutschen befänden, dass „Selbsthilfegruppen manchmal wichtiger als Ärzte und Psychologen sind“. Selbsthilfeorganisationen seien die vierte Säule im deutschen Gesundheitswesen, neben der ambulanten und stationären Behandlung sowie Rehabilitation. In Hessen gebe es im Suchtbereich etwa 700 Selbsthilfegruppen.

    Das Gesundheitsministerium fördere diese Suchtselbsthilfegruppen – bundesweit einmalig – zusätzlich jährlich mit 125 000 Euro. Auch die Selbsthilfe befinde sich im Umbruch: Neue Ideen würden diskutiert, Fragen zur Identität gestellt und nach Kooperationsmöglichkeiten mit anderen in dem Bereich aktiven Organisationen gesucht.

  • Rückfall Desaster oder ChanceDatum25.08.2018 06:36

    Ein Rückfall wird in der Suchttherapie als zu einer Suchterkrankung zugehörig gewertet. Beim Zustandekommen eines Rückfalls spielt das Suchtgedächnis eine große Rolle. Darüber und mehr diskutiert Moderator Wolfgang Schwalenstöcker mit Alexander Schweppe, ärztlicher Leiter der Hellweg-Klinik-Lage.

  • Thema von Theodor im Forum Alkohol

    Nicht alle Süchtigen leiden täglich unter ihren Attacken. Manchmal macht sich die Sucht nur einmal pro Woche oder noch seltener bemerkbar. Wie geht man damit um? Mehr Infos auch auf www.lavario.de.

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