Das Sorgentelefon für Angehörige von Menschen mit Suchtproblemen ist am Wochenende von Freitag bis Sonntag und allen gesetzlichen Feiertagen erreichbar und zwar jeweils von 8 bis 22 Uhr unter der Rufnummer: 06062 60767
Forums-Blog - Jahreswechsel 2018-2019
  • 01.01.2019 00:46 - Jahreswechsel 2018-2019
von Heidrun in Kategorie Allgemein.

Hallo ihr Lieben
Gott sei Dank , ist dieser ganze Rummel vorbei.Ich hoffe ihr habt es alle gut, gesund und trocken überstanden.Ich -ja.Muss aber auch gestehen , daß mir das trocken bleiben nicht sooooo schwer fällt.
Mir tun immer die Leute leid, die bei solchen Anlässen wie jetzt gerade Weinachten und Jahreswechsel allein sind, und dann Rückfälle erleiden.
Einer meiner Gruppenmitglieder der mir sehr ans Herz gewachsen ist hat es nicht geschafft trocken zu bleiben.Und ich muss sagen, daß ich dieses mal fast an meine Grenzen des Erträglichen geraten bin.Das fing alles schon vor Weinachten an.Er hat sich telef.bei mir gemeldet und gesagt, daß er einen Rückfall hatte.Den selben Abend war er nicht bereit ins KRH.zu gehen.Für den nächsten Tag waren wir verabredet,mit dem Vorhaben das ich ihn ins KRH. bringen kann.Leider war er den ganzen Tag nicht zu erreichen.Auch nicht tel.Abends hab ich dann die Polizei verständigt.
Nach deren Androhung die Tür aufzubrechen hat er geöffnet.Er wurde dann mit dem Notarzt ins KRH gebracht.
am nächsten Morgen ist er dort abgehauen.Das ging dann so jeden 2. Tag,wurde er irgendwo betrunken aufgelesen und ins KRH.gebracht.Er ist immer wieder abgehauen mit der Begründung----er habe Angst vor dem Entzug.Ich war jeden Tag bei ihm.Am 30.12.018 rief er mich dann an und sagte er kann nicht mehr.Ich glaube das war sein absoluter Tiefpunkt, den wohl so mancher von uns erst braucht um sich endlich helfen zu lassen.Als ich dann in seine Wohnung kam ,habe ich einen kurzen Moment gedacht--Heidi, daß schaffst du nicht--
Er war von oben bis unten bepullert,zerschlagenes Gesicht,Haluzinationen.
Naja, wieder Notarzt und mit Tatütata ins Krh.Heute war ich bei ihm.Er ist immer noch verwirrt, kann nicht richtig laufen , aber er will jetzt den Entzug machen.Leute ich bin so froh, daß er sich jetzt helfen lässt.
Ich bin ja sonst eher der Typ, der so einiges ertragen kann.Aber wenn man den Verfall eines lieben Menschen innerhalb weniger Tage sieht-und alles wegen dem Scheiß Alkohol--das hat mich tief getroffen.
Ich bin aber auch ein bisschen Stolz auf mich.Jaaaaaaaa
Ich hab mich der Situation gestellt und sie heil überstanden.
Ich musste das jetzt mal hier los werden.Ihr alle wißt ja wovon ich hier spreche, und ich bin sooooo froh in einem so tollen Netzwerk von Menschen zu sein.Ihr seit alle Helden.
Eure Heidi aus dem schönen Land Brandenburg



Beliebteste Blog-Artikel:

Melden Sie sich an, um die Kommentarfunktion zu nutzen
Kommentar von Karin - 07.01.2019 14:36

Ein Hallöchen an alle Forummitglieder und Besucher. Am 7.01. ist es ja noch nicht zu spät allen ein gesundes, efolgreiches und friedliches Neues Jahr zu wünschen. Auch ich bin froh das die Futterei ein Ende hat. Ansonsten verlief das Fest und der Jahreswechsel recht ruhig. Ich habe dieses Mal über die Feiertage das Sorgentelefon betreut. Erfahrungsgemäß kommen die Anrufe der Angehörigen erst nach den Feiertagen.
Da fällt mir ein Ausspruch von Goethe ein:
"Alles in der Welt lässt sich ertragen,
nur nicht eine Reihe von schönen Tagen."
Also: Gesundes Neues Jahr

Kommentar von Heidrun - 02.01.2019 11:41

Hallo Theo
Du hast Recht.Aber, auch ich muss noch viel lernen.Mir fällt es immer noch schwer andere um Hilfe zu bitten.Es war halt auch über die Feiertage usw..Hab halt gedacht, da willste nicht noch anderen ihre freien Tage vermiesen.Telefonisch habe ich mich mit 2 anderen Leuten aus der Gruppe besprochen.Aber,sollte noch mal so eine Situation eintreten,werde ich das nicht mehr alleine stemmen.Vielen Dank für dein Feedback.(morgens um 3.29 Uhr)
L.G. an dich und deine Familie

Kommentar von Theodor - 02.01.2019 03:29

Hallo Heidi,
ich kenne das nur zu gut, hab es oft ähnlich erlebt.
Ich bin auch oft dabei an meine Grenzen gestoßen, wenn ich zuschauen musste wie sich ein Leidensgenosse innerhalb kürzester Zeit so dermaßen runtergeschaft hat.
Das ging dann manchmal so weit das ich mich, aus Verzweiflung, am liebsten danebengesetzt hätte und mitgesoffen hätte. Friedel hat mir immer gesagt das es besser ist zu zweit zu dem betreffenden hin zu gehen, das hatte ich danach beherzigt und es stimmt, mir ging nachdem ich es so gemacht hatte viel besser damit.
Grade das abwarten, bis sich die betreffende Person endlich helfen lassen will, oder kann, ist manchmal so schwer auszuhalten und braucht so viel Kraft und Geduld. Ich kann das nur weil ich mich immer selbst dabei sehe, denn ich habe es oft bei mir so erlebt und bin dankbar dafür das mir geholfen wurde!
Respekt das du dich für deine Gruppenmitglieder so einsetzt denn ich weiß was das heißt, aber es ist wie mit allem, man muss sowas nicht allein durchstehen. Nimm dir doch beim nächsten Mal auch jemanden an deine Seite.
Gruß Theodor

disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 0
Besucht uns auch auf



Xobor Xobor Blogs