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  • Veränderung der Rückfälle Datum30.09.2019 00:09
    Thema von Stan162 im Forum Heroin

    Rückfall – von unabwendbar über „zu bequem dafür“ zum „bringt mir nichts“ - Veränderung des Rückfalls im Laufe der Suchtkarriere

    Hallo Leute,

    ich mochte mal rund um das Thema Rückfall schreiben. Ich finde es immer wieder interessant, wenn Leute in SH-Gruppen über einen Rückfall berichten. Ich versuche dann immer zu verstehen, in welcher Gemütslage sich derjenige befand, was ihm durch den Kopf ging und was den Rückfall eventuell hätte verhindern können. Ich versuche mal hier zu analysieren wie das bei mir immer so war und sich im Laufe der Zeit alles verändert hat.
    Nun ist mein letzter tatsächlicher Rückfall schon ein ganzes Weilchen her, denn 2010 war mein letzter Rückfall mit Heroin. 2011 hatte ich noch ein Rückfall mit Benzos, aber das möchte ich eher als Vorfall nicht als Rückfall vermerken. Aber da waren immer mal Situationen, die auch anders hätten ausgehen können.
    In den ganzen letzten Jahren seit 2011 hat sich bei mir ein Gefühl der Sicherheit im Umgang mit meiner Sucht eingestellt. Wenn ich zurück schaue, bin ich froh und dankbar wie alles gekommen ist. Oft hat nur ganz wenig gefehlt, und ich wäre wieder tief gefallen. Das es eben nicht so gekommen ist liegt daran, dass ich immer in die Selbsthilfegruppe gegangen bin. Von dort und von meinen Hobbys Darts und Musik, und erst recht durch meine künstlerischen Aktivitäten, bekomme ich ganz viel positive Energie.
    Deshalb passt im Moment ein Rückfall gar nicht in mein derzeitiges Leben. Denn, was bitte soll ich da mit Benzos und Heroin bei meinen Hobbys anfangen? Nehmen wir das Schreckensszenario an, ich würde was einfahren. Dann würde sich wahrscheinlich nach ein paar Minuten mein schlechtes Gewissen melden. Oder ich würde mit dem Gesicht im frisch gemalten Bild aufwachen und der Pinsel mit der Farbe wäre mir aus der Hand gerutscht und über das Bild und den Fußboden gerollt. Dann hätte ich nicht nur ein schlechtes Gewissen, sondern würde mich auch noch tierisch ärgern. Das würde sich dann noch mal steigern, wenn ich am nächsten Tag realisieren würde, was ich verbockt gehabt hätte. Meine Selbstachtung wäre erheblich angeknackst und die Gefahr wäre groß, am nächsten und übernächsten Tag noch mal nachzulegen und eine längere Draufsein-Runde einzuläuten. So oder so ähnlich würde es kommen.
    Aber wie gesagt was soll ich heute mit dem Zeug anfangen es passt nicht in mein Leben mit all den Sachen, die ich jetzt gerne mache. Aber selbst wenn ich alles ausblenden könnte und wenn es so wie am Anfang rein um das Anturnen und Zusein geht, also nur einfahren und genießen, selbst das, davon bin ich überzeugt, würde mir nichts bringen. Denn dieses einfach einfahren und abschalten ging ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr.
    Dieser Zeitpunkt war nach Beendigung der Langzeittherapie. Die haben mit mir da eine Art „Gehirnwäsche“ gemacht, jedenfalls war es vorbei mit dem unbeschwerten Konsum. Das Verlangen aber war noch genauso stark, begleitet von schlechtem Gewissen und großem Selbstbeschiss. Was mir immer wieder einen großen geistigen Spagat abverlangte. Die Gier nach Dope mit logischen und absurden Argumenten gleichermaßen vor mir selbst zu rechtfertigen war dann immer die letzte Hürde die es zu überwinden galt.
    Dann, wenn dieser Selbstbetrug geklappt hat, gab es damals nichts und niemand, was mich da aufgehalten hätte. Einmal im Kopf und alles andere wurde unwichtig. Mit den Jahren aber, ging dann aber das enorme Verlangen nach dem Kick, dem Turn glücklicher Weise zurück.
    Als das also weniger wurde kamen immer mehr Sachen, die mich davon abbringen konnten. Zuletzt, also 2009/2010, war es dann schon die reine Bequemlichkeit, die mich abhielt, Dope zu holen. Ich hätte bis Frankfurt fahren müssen, das war mir zum Schluss oft zu aufwendig. Und das was dann zu erwarten war, war nicht verlockend genug.
    Es ist trotzdem 2010 noch einmal zu einem längeren Rückfall gekommen, den ich dann in Heppenheim mit einer Entgiftung beendet habe. Das hat, 3xHolz, bis heute gehalten. Ich bin mir also völlig im Klaren darüber, dass mir ein Rückfall heute einerseits in keinster Weise was bringen würde, andererseits enorme Gefahren herauf beschwört. Man sollte also meinen, ich habe die besten Voraussetzungen um nie mehr irgend welche Rückfallgedanken zu haben, nie mehr einen Rückfall zu machen.
    Und doch schleichen sich immer wieder Gedanken ein die sich schnell verselbstständigen könnten, wenn die Umstände stimmen. So war ich allein auf Besuch in Bremen. In der Nähe vom Bahnhof Burg fielen mir eine Menge Leute sofort auf. Es war die Art wie sie zusammen standen und gestikulierten, wie sie liefen, was sie anhatten und wie sie aussahen. Kein Wunder, dass sie mir sofort aufgefallen sind, denn ich war einer von ihnen. Zwar in einer anderen Stadt aber genauso runtergekommen, die gleiche schmutzige Kleidung an, auch unrasiert und ebenso abgemagert. Diese Leute waren Konsumenten von harten Drogen, Heroin und Crack, dazu Benzos. Im Stadtteil Burg gibt es eine Substitutionsstelle, wie ich später erfuhr. Deshalb das erhöhte aufkommen dieser Randgruppe. Ich war verblüfft wie ähnliche die Süchtigen in Frankfurt und Bremen sind. Ich war emotional auch ziemlich aufgewühlt diese Leute zu sehen und als ich dann in der S-Bahn Richtung Bremer Hauptbahnhof fuhr, hörte ich gezwungenermaßen ihren Gesprächen zu. Es sind die gleichen Gespräche in der gleichen gedehnten Aussprache wie in Frankfurt. Der eine kennt einen anderen der dies und jenes besorgen kann, der andere kann mit einem Anruf bestes Material besorgen. Ich fühlte mich seltsam verbunden und spielte mit dem Gedanken mich als Frankfurter Ex-Junkie zu outen. Oder besser noch, in Bremen soll es ja so gutes Material geben, ich könnte ja ein paar Gramm mitnehmen und verkaufen. Eigentlich könnte ich ja auch mal selbst wieder was nehmen. Eine kleine Line, ich bin in Bremen, das sieht und merkt doch keiner. Doch kaum gedacht, erschrak ich vor mir selber und dann fiel mein Blick auf zwei von denen, die ein Stückchen weiter weg saßen. Obwohl ich nicht alles verstand, wußte ich sofort um was es geht. Der eine hat wohl wegen einer positiven UK kein Methadon bekommen und versucht dem anderen was von dessen Methadon abzukaufen. Doch der bleibt hart egal was der andere ihm verspricht. Wahrscheinlich hat er auch kein Geld und es geht ihm auch schon denkbar schlecht. Ich weiß nicht wie das ausging, denn ich musste aussteigen und war froh nicht in einer solchen beschissenen Situation zu sein, wie dieser arme Kerl ohne Dope und Geld. Auf einmal kamen mir die Gedanken von kurz zuvor so dermaßen absurd vor, das ich gar nicht mehr glauben konnte so was selbst gedacht zu haben. Und ich war dann doch auch dankbar das ich es selbst in der Hand habe, solche Situationen wie obiger Substituent nie wieder erleben zu müssen. Es bleibt aber schon die Frage, was ich gemacht hätte, wenn mich jemand angesprochen hätte und was angeboten hätte.....
    Stefan F.

  • Heroin und KriminalitätDatum29.09.2019 22:50
    Thema von Stan162 im Forum Heroin

    Kriminalität und Heroinkonsum
    Hallo alle zusammen! Ja, Kriminalität und Heroinkonsum gehören zusammen. Wenn ich Heroin konsumiere, bin ich schon deshalb kriminell. weil zwar der Konsum erlaubt, aber nicht Erwerb und Besitz. Ich muss aber erwerben um zu konsumieren, denn es kommt ja nicht auf Zuruf angeflogen. Ich muss es ja von irgend wem kaufen. Das ist dann der Erwerb. Wenn ich es erworben habe, dann besitze ich es und bin schon wieder straffällig. Dies ist aber nur der eine Teil der Kriminalität. Der andere Teil ist, wo kommt denn das ganze Geld für den Erwerb her. Genau diese Frage habe ich mir so oft während meiner aktiven Suchtzeitspanne stellen müssen. Denn immerhin sind das mal mindestens 50 Euro, in der Regel aber mehr oder wenn Crack auch noch im Spiel ist, viel viel mehr. Fängt man mit Heroin an, konsumiert man erst mal unbeschwert. Ab und zu meldete sich bei mir eine Stimme, die dann mahnte, dass es nicht gut ist was ich mache. Doch diese Stimme der Vernunft bringt man zum Schweigen in dem man schnell was einfährt. Solange, bis dann die Ersparnisse weg und die Wertsachen verkauft waren. Alle bisherigen Freunde und Bekannten, die nichts mit Heroin zu tun hatten, haben sich von mir abgewandt. Von den neuen Kontakten konnte man nichts erwarten, die waren selber meist pleite. Und bei Heroin gibt’s nur Ware gegen Geld. Aber woher nehmen?
    Eine völlig neue Situation, der sich jeder Heroinkonsument ab einem gewissen Punkt stellen muss. Solange noch Geld da war oder Leute, die mir was geliehen haben, konnte ich mich beruhigen, indem ich mir einredete dass ich das Geld schon irgendwie auftreiben könne. Aber nachdem ich meine Eltern noch mal angepumpt hatte und das ALG weg war musste ich aufhören mit dem Zeug oder irgendwie einen Weg finden Geld zu machen.
    Geld leihen war ja nicht mehr, denn es gab niemand der mir auch nur eine müde Mark borgen würde. Eine andere Art an Geld zu kommen als es zu leihen, ist es direkt von anderen zu "erbitten" ohne es zurück zu zahlen. Das heißt nix anderes, als "schnorren" oder eben "betteln". Doch dazu muss man der Typ sein, dem dann die Reaktionen der Angeschnorrten am A.... vorbeigeht. So bin ich aber nicht, genauso wie ich nicht erkenne wen ich mit Erfolgsaussichten anschnorren kann. Auch konnte ich keine Geschichte, wozu ich das Geld brauche, erzählen und dabei ein freundliches Gesicht machen. Ich konnte das nicht. 
    Durch Arbeit würde ich auch nicht genug Geld zusammen bekommen. Abgesehen davon war ich auch gar nicht mehr in der Verfassung, einer geregelten Arbeit nach zu gehen.
    Also bliebt nur der Weg in die Kriminalität. Die leichten Straftaten wie Diebstahl oder Betrug, sind die häufigste Art der Geldbeschaffung, neben der Prostitution und Dealerei. Prostitution ist jedoch bei uns Männern nur für einen ganz geringen Prozentsatz akzeptabel. Und durchführbar für einen noch geringeren Teil, denn du musst "jung und knackig" sein. Ich habe diese Möglichkeit für mich nicht mal theoretisch in Erwägung gezogen.
    Für die Dealerei zählen andere Eigenschaften. Da sind Disziplin, Durchsetzungskraft, Durchhaltevermögen und Unnachgiebigkeit gefragt. Besonders die Unnachgiebigkeit gegenüber Kunden, die alles billiger haben wollen und gegenüber dir selbst, denn es geht schnell mit dem Eigenbedarf. Am Ende, wenn das Dope alle ist, brauchst du immer wieder das Einsatzkapital um erneut so viel zu kaufen, dass eine Gewinnspanne entsteht. Eine Gewinnspanne allein mit strecken, also mit dazumischen von Koffein und Farbstoff, zu erreichen, bringt unzufriedene Kunden. Also ohne das Einsatzkapital kriegst du bei der Connection im Normalfall kein neues Dope. Denn im Gegensatz zum Kokainhandel gibt es beim Heroin nix auf Kommission. Ist man pleite bleibt eben nur Diebstahl oder Betrug als risikoarme Finanzquelle.
    Mehr Risiko einzugehen ist immer eine Frage von "Wieviel habe ich zu verlieren?". Ich habe erlebt, dass da schon bei meinen Bekannten ganz unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden. Ich kannte allein drei Leute, die ihre Lebenssituation als so ausweglos einschätzten, dass sie Banken überfielen.
    Ein anderer überfiel den Juwelier „Wempe“, direkt an der Hauptwache und entkam. Genauso wie die anderen drei, wurde er ein paar Wochen später verhaftet. Für solche Delikte, bewaffneter Raub sieht der Gesetzgeber eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren aufwärts vor. Nein, das kann ich nicht verstehen, da kapituliere ich lieber vorher und melde mich zu Entgiftung und Therapie an. Denn zu solch einem Zeitpunkt, an dem es nur noch um Vermeidung von Entzug geht, hatte bei mir das Junkie-Leben längst den Reiz der ersten Zeit verloren.
    Zurück zu der Frage "Wieviel habe ich zu verlieren?". Die Freiheit hat man also zu verlieren. Wenn ich das jetzt so bedachte, kam ich immer zu dem Schluss, dass ich also genau die Zeit aufs Spiel setzen kann, die ich für eine Therapie bräuchte. Im Idealfall bekäme ich, Therapie statt Strafe vorausgesetzt, sowieso eine Therapieauflage. Also geht es hier allenfalls um ein halbes Jahr. Also Diebstahl und Betrug.
    Beim Betrug geht es darum ein bestimmtes Wissen oder eine Täuschung so anzubringen, dass man sich auf Kosten Dritter bereichert. Weil da jedoch sehr oft ein Kontakt mit dem Opfer meistens notwendig ist damit der Betrug gelingt und weil auch meistens eine genaue Vorbereitung erforderlich ist, waren das seltene Gelegenheiten die ich für eine Durchführung bekam.
    So hat sich der Diebstahl bei mir immer wieder herauskristallisiert. Auch aus einem anderen Grund, denn in meinem Bekanntenkreis waren ein paar Jungs, die schon seit Jahren ihren Lebensunterhalt mit Diebstahl bestritten. Wir kannten uns gut, ich hatte ein Auto und sie den Plan. Dass sie sich mit mir wieder zusammen taten lag daran, dass sie seit kurzem auch bei harten Drogen angekommen waren. Schon Jahre vorher, als ich noch arbeiten ging, hab ich gesehen, wie sie zum Teil an einem Tag so viel Geld machten, wie ich in einem ganzen Monat verdiente. Allerdings geht das nicht, indem man einer Omi den Geldbeutel aus der Handtasche klaut, auch nicht beim REWE den Bacardi oder die Stange Zigaretten. Nein Bottles und Kippen standen da nur als Verlegenheitsbeute auf dem Plan. Zum Beispiel fürs Fahrgeld oder fürs erste Dope gegen den Turkey. Denn so eine Flasche brachte ja nix groß ein, und ich wollte nicht gleich am nächsten Tag wieder losziehen.
    Für uns waren die Sachen interessant, die von den wachsamen Verkäufern und Detektiven nicht als primäres Ziel eingestuft wurden. In Vitrinen schlummerten die teuren Waren scheinbar unerreichbar für Diebe. Es waren Videokameras, Fotoapparaten, Uhren und Schmuck usw. Diese Vitrinen hatten aber die große Schwäche, dass es nur wenige verschiedene Schlüssel, für eine größere Anzahl von Vitrinen gibt. Hatte man mehrere Schlüssel, die oft irgendwo im Kassenbereich herumlagen, gesammelt so konnte man die Vitrinen überall aufschließen. Es waren die Achtziger Jahre und Überwachungskameras gab es nur ganz selten.
    Wir sind also morgens zu zweit oder zu dritt ins Auto und weg aus Frankfurt. Am besten in die Nähe nach Darmstadt, Gießen und Mainz, gerade mal eine Stunde Fahrt. Dort gings dann in die Elektromärkte und Juweliere. Vitrinen abchecken, Schlüssel heraussuchen. Dann gezielt vorgehen. Verkäufer ablenken, Vitrine verdecken und aufschließen. Gerät raus unter die Jacke. Dann zuschließen, das war ganz wichtig. Dann lenkt wieder einer ab und die andern gehen mit dem Gerät raus. Dann um ein paar Ecken und abchecken , ob jemand folgt. Erst dann zum Auto. Das Ganze noch zweimal in anderen Läden, vielleicht sogar bei einem Juwelier und dann, nach drei Stunden, ab nach hause. Aber wir waren halt auch öfters quer durchs Land und schon mal 8 Stunden lang unterwegs. Da biste dann auch erst mal bedient. Verkaufen musste die Beute auch noch. Aber wenn du dann am späten Abend 500 DM oder mehr allein für dich in der Hand hattest, war's wieder OK. Doch es gab auch Tage da hattest du dann eben nur ein Hunni, oder noch schlimmer - garnix in der Hand und obendrein eine Anzeige am Hals. Das waren Tiefpunkte, wo man sich am liebsten zum Telefon gegriffen und sich zur Entgiftung angemeldet hätte. Für mich als jemand, der das nicht schon seit seiner Jugend macht, war ohnehin schon die Anspannung, nicht erwischt zu werden purer Stress. Das kurze Hoch, wenn was geklappt hat, wich schon schnell wieder der Angst, dass ein Detektiv gefolgt ist, oder die Polizei bereits am Auto wartet. Die anderen machten zum Teil Witze darüber was ich schon mal gar nicht verstand. Sie nahmen das Ganze überhaupt sehr locker, belustigten sich auch über die Blödheit der meisten Detektive, die sie immer sofort erkannten. Für mich waren so viele Leute im Laden, ein ungeordnetes Gewuhsel, ein Kommen und Gehen, gar nicht einzuordnen wer ist Kunde, wer ist Verkäufer, wer ist gar ein Detektiv. Wie sehen Deteks denn überhaupt aus und wie erkennt man sie. Gut, es gibt ein paar Verhaltensweisen, die passen so nur zu Detektiven und sind aber auch manchmal für unerfahrene Ladendiebe typisch. Doch genau das, in so kurzen Augenblicken zu erfassen, blieb mir auch nach Monaten verwehrt. War auch nicht nötig, denn die anderen hatten es genau im Blick, wann man zugreifen musste, ohne gesehen zu werden.
    Das ganze ging so eine ziemlich lange Zeit, über ein Jahr. Es war dem Verlust meines Autos geschuldet, dass diese Epoche nun endete. Die anderen hatten dann schnell andere Leute gefunden die da gerne mitmachten und ein PKW besaßen. Ich glaube die machen das heute noch, obwohl ich immer mal von Haftstrafen hörte, die sie verbüßen mussten. Denn damals setzte dann, im Zuge der Digitalisierung, eine allgemeine Aufrüstung mit Kameras ein. Zuerst bei den Juwelieren, dann in Kaufhäusern. Dann sogar außerhalb der Kaufhäuser. Für mich begann nun die intensivste Zeit meiner Sucht. Ich bin nach einigen Monaten, in denen ich mich mit Gelegenheitsgeschäften, Gelegenheitsjobs und Dealerei über Wasser hielt, obdachlos geworden, mitten in Frankfurt. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht, noch mal aufschreibe.
    So, für heute merke ich zusammenfassend ist alles mit sehr zwiespältigen Gefühlen verbunden. Wenige Gute Augenblicke vernebeln im Nachhinein ganz oft die ganzen Zwangslagen, in denen ich immer irgendwas machen musste, was mir sonst eigentlich überhaupt nicht in den Sinn gekommen wäre. Irgend was, das bei mir immer wieder höchstes Unbehagen auslöste. Momente in denen ich mir sagte, so geht es nicht weiter, ich hasse es so zu leben. Diese ungeheure Energie, die ich aufbrachte, ein Ziel zu verfolgen, auf einem Weg der mir überhaupt nicht behagte und mich immer wieder Sachen tun ließ, die mich einen Haufen Überwindung kosteten, diese Energie habe ich bei mir jetzt in der abstinenten Phase in den neun Jahren, leider nicht entdecken und wecken können.
    Stefan F

  • Wie schreibe ich ein Beitrag?Datum23.09.2019 00:06

  • Foren-Beitrag von Stan162 im Thema

    Ganz gut das mal hier in dem Zusammenhang mit Sucht zu bringen. Ich hatte auch einige mittelschwere Episoden und das zuerst garnicht als Depression wahrgenommen. Ich bin nach Entgiftungen regelmäßig in ein Psychisches Loch gefallen und hab das meiner problemreichen Lebenssituation zugeschrieben. Ich bekam erst bei einer Entgiftung zufällig diese Diagnose. Es wäre mir einiges erspart geblieben, wenn ich diese Diagnose schon früher gehabt hätte. Ich habe dann später Antideppressiva genommen und in weiterem Verlauf auch Vitamin D. Mittlerweile habe ich meine Probleme gelöst und nehme nur noch Vitamin D. Seitdem habe ich glücklicherweise keine Depressionen mehr gehabt. Ich kann allen nur raten, dass man nach einer Entgiftung die Möglichkeit einer Depression bei einem psychischen Tief ernsthaft in Betracht zieht. Stefan F

  • Foren-Beitrag von Stan162 im Thema

    Ganz gut das mal hier in dem Zusammenhang mit Sucht zu bringen. Ich hatte auch einige mittelschwere Episoden und das zuerst garnicht als Depression wahrgenommen. Ich bin nach Entgiftungen regelmäßig in ein Psychisches Loch gefallen und hab das meiner problemreichen Lebenssituation zugeschrieben. Ich bekam erst bei einer Entgiftung zufällig diese Diagnose. Es wäre mir einiges erspart geblieben, wenn ich diese Diagnose schon früher gehabt hätte. Ich habe dann später Antideppressiva genommen und in weiterem Verlauf auch Vitamin D. Mittlerweile habe ich meine Probleme gelöst und nehme nur noch Vitamin D. Seitdem habe ich glücklicherweise keine Depressionen mehr gehabt. Ich kann allen nur raten, dass man nach einer Entgiftung die Möglichkeit einer Depression bei einem psychischen Tief ernsthaft in Betracht zieht. Stefan F

  • Sträflich wenig!Datum20.03.2017 00:06
    Blog-Artikel von Stan162

    Hallo und so,
    ich sah, dass hier länger nichts geschrieben wurde und dachte, ich könnte hier auch mal was hinterlassen. Meine Beiträge in verschiedenen Themenbereichen umfassen 21 Din A4 Seiten. Das klingt erst mal viel, jedoch auf die gesamte Zeit seit 2015 verteilt, ist das eine knappe Seite pro Monat, oder eine Viertel Seite pro Woche. Das klingt jetzt schon eher wenig, sogar sehr wenig. Dafür, dass ich doch so ein tolles Medium benutzen kann, klingt das jetzt nicht nur sehr wenig, sondern geradezu sträflich wenig. Da muss was passieren. Ich werde mich jetzt auf jeden Fall mehr einbringen. Die Anfänge sind mit dem Interview und mit der Finanzierungssache ja schon gemacht. Falls das wieder spärlich werden sollte, möge man mich an diese Zeilen erinnern.
    Stefan F.

  • Thema von Stan162 im Forum Allgemein

    Hallo miteinander!

    Ich wurde letzte Woche gebeten, mich für eine Schülerzeitung interviewen zu lassen. Ich fand die Fragen gut gewählt und möchte deshalb das Interview hier im Forum veröffentlichen (die Frage, wie ich es schaffte aufzuhören, fehlte leider).

    Interview mit Stefan F.

    Sz.: In welchem Alter haben Sie angefangen Drogen zu nehmen?

    SF: Ich nehme jetzt mal den Alkohol dazu. Da war ich 16, 17 als ich ein bedenkliches Trinkverhalten entwickelte. Mit 18 fing ich zu kiffen an und tat dies bereits ein paar Monate später täglich. Dafür hab ich dann nicht mehr so oft gesoffen. Mit 24 nahm ich dann Speed und Koka. Zwei Jahre später kam ich dann schließlich zum Heroin. Mit 27 Jahren war ich abhängig vom H schnupfte es zunächst und injizierte es dann ein halbes Jahr später. Zusätzlich begann ich dann noch Benzodiazepine nehmen, also Valium in stärkerer Form ud über einen sehr langen Zeitraum.

    Sz.: Wie ist es zu wissen, dass man abhängig ist?

    SF: Dazu muss ich zunächst mal den Begriff „Abhängigkeit“ in Bezug auf Drogenkonsum erklären. Da gibt’s die psychische, also seelische Abhängigkeit und es gibt die physische, körperliche Abhängigkeit. Beim Kiffen, bei Speed und Koka, bei XTC und LSD ist es ja so, dass man, wenn man wieder abgetörnt ist, gerne wieder was einfahren will. Selbst wenn nach wochenlangem Konsum dann auf einmal nichts da ist, findet man sich damit ab, heute gibt’s nix, morgen ist auch noch ein Tag. Man hat höchstens schlechte Laune. Das funktioniert so nicht beim Heroin. Schon nach ein paar Wochen merkte ich, was körperliche Abhängig bedeutet. Ich glaube so stellt sich das niemand vor und ich hatte es unterschätzt. Das fühlte sich dann zwar sch… an, aber ich meinte ja jetzt gefunden zu haben wonach ich immer suchte, es muss halt nur immer was da sein. Schon hatte ich mich selbst ausgetrickst und mir meine Situation schön geredet. In Momenten des Zweifels konnte ich mir ja immer noch einreden, „wenn alle Stricke reißen gibt’s ja noch Therapie-Einrichtungen, in denen ich meine Abhängigkeit los werden kann.“

    Sz.: Wie hat sich ihr Umfeld zu ihrer Abhängigkeit geäußert?

    SF: Nun, das war von Person zu Person sehr verschieden. Ich hatte sehr viele Bekannte, von denen ein erheblicher Teil gar keine Drogen nahm und auch nur bedingt über meinen Umgang mit Drogen Bescheid wusste. Die, die es wussten nahmen meist selbst welche. Einige waren jedoch wirklich entsetzt, dass ich jetzt Heroin nahm. Zum Teil boten sie mir ihre Hilfe an, falls ich da nicht mehr klar kam oder aufhören wollte. Andere brachen den Kontakt ab.
    Meine Eltern haben das mit den Drogen irgendwie rausgekriegt. Sie bekamen auch mit, dass ich nicht mehr zu meiner Umschulung ging und dass ich dort rausgeflogen bin. Meine Eltern, in Bezug auf Drogen durch meine Schwester leidgeprüft, stellten mich in Anwesenheit des Pfarrers zur Rede. Nach dem Austausch von Vorwürfen, meldete sich der Pfarrer zu Wort. Man müsste jetzt nach vorne schauen und ich müsste mir helfen lassen. Er hätte schon mehr Leuten in der gleichen Situation geholfen. Er gab uns eine Karte mit ner Telefonnummer und Adresse. Damit ich „geheilt“ werden kann solle ich dorthin gehen. Nachdem für meine Eltern wieder mal eine Welt zusammenbrach, wollten sie natürlich an eine solche Heilung glauben. Doch das der Anfang einer langen Reihe von Enttäuschungen. Sie unterstützen mich noch eine Zeit lang, dann jedoch glaubten sie dass das der falsche Weg sei.

    Sz.: Was denken sie warum sie süchtig wurden?

    SF: Eine gute Frage, die ich mir schon tausendmal gestellt habe. Ich kam im Laufe der Zeit zu verschiedenen Ergebnissen. Letztendlich bin ich heute der Auffassung, dass es ein Zusammenspiel mehrere Faktoren ist.
    1. Da wären zunächst meine Gene; es hat sich herausgestellt, Kinder von Eltern mit Suchtproblematik sind statistisch gesehen selbst gefährdet. Auch Kinder von Eltern, die durch ein Verlusterlebnis in der Kindheit geprägt sind. Beides trifft auf meinen Vater zu.
    2. Auch meine Kindheit und mit welchen Leitbildern ich aufwuchs. An meinem Vater sah ich, wie widerwillig er morgens zur Arbeit ging. Wenn er nicht schon angetrunken heimkam, dann hat er spätestens 1jetzt sein erstes Bier getrunken. Die bedrückende Zeit auf der Arbeit „berechtigt“ also den Alkohol(Drogen-)konsum.
    3. Meine Neugier und meine Risikobereitschaft trugen dann in dem Milieu, in dem ich verkehrte, zu einigen leichtsinnigen Handlungen bei, die sich als folgenschwer erwiesen. Auch wollte ich ja nie glauben, dass man angeblich nicht mehr aufhören kann. Ich dachte Sucht wäre eine
    4. Es gehörte aber auch immer schon zu meinen Charaktereigenschaften, dass ich sehr introvertiert bin und nur schwer auf andere Menschen zugehen kann. Da sind Drogen, besonders Heroin, scheinbar ein prima Hilfsmittel.
    5. Nicht zu unterschätzen ist auch das „anders sein zu wollen“, sich für mache interessanter zu machen als ich mich fühlte. Dies rührte von meinen massiven Minderwertigkeitskomplexen her.
    6. Das Erlebnis in Gesellschaft Drogen zu konsumieren blieb mir seit den Anfängen mit Haschisch positiv im Gedächtnis. So beeinflusste mich das später bei den Anfängen mit Heroin unterbewusst.

    Sz.: Haben Sie selbst gemerkt dass sie Drogen süchtig sind?

    SF: Ich wusste schon als Kind, dass mit mir einiges nicht stimmt. Als wir in der 5. Klasse eine Broschüre über Drogen bekamen und darüber sprachen, hatte ich einen seltsamen Moment der Erkenntnis. Über Konsumenten stand da so etwas wie „schwache Menschen, die im Leben gescheitert sind…“. Darin erkannte ich mich anscheinend, obwohl ich erst 10 war. Als ich zum ersten Mal Haschisch konsumierte, habe ich mich überhaupt nicht gefragt, ob ich das machen soll oder lieber nicht. Genauso bei den anderen Drogen. Nur bei Heroin zögerte ich ein wenig. Doch einmal kommt dann immer der Tag, wo Du weißt, wenn Du jetzt nochmal was nimmst, bist Du körperlich abhängig. Einige mal wirst Du widerstehen, doch einmal nimmst es. Du hast es immer gewusst und jetzt ist es passiert. Das ich mir trotzdem meine Sucht schön zu reden versuchte, liegt in der Natur der Sucht.

    Sz.: Was hat Sie dazu bewegt, mit dem Drogenkonsum aufzuhören?

    SF: Die Entscheidung mit Drogen aufzuhören ist etwas das mir ständig gewärtig war. Ab einem gewissen Punkt merkte ich, wenn ich so weiter mache wird folgendes passieren: entweder ich lande im Knast, oder auf dem Friedhof. Und zwar nicht in 10 oder 20 Jahren sondern nächste Woche oder schon übermorgen.

    Sz.: Wieso haben sie sich für einen Entzug entschieden?

    SF: Das war gar nicht so schwer. Allein in Heppenheim habe ich zwölf Mal entzogen. Es war immer wieder ein neuer Versuch aus der Abhängigkeit auszubrechen. Die Lebensumstände waren oft zu schwierig für mich um die gewaltige Aufgabe zu bewältigen. Oft reicht nämlich schon ein geringer Anlass aus, um rückfällig zu werden und das große Ziel aus den Augen zu verlieren.

    SZ.: Wie lief ihr/läuft ein Entzug ab?

    SF: Das ist ganz schwer vorzustellen. Zuerst merkt man nach 12 Stunden eine gewisse Unruhe. Das steigert sich langsam und wird zu eine Rast- und Ruhelosigkeit. Im Geiste geht man alle möglichen Szenarien durch, wie man an etwas Dope kommen kann. Andere Dinge würden sowieso nicht helfen. Dann bekommt man eine Art „Restless Legs“ Syndrom. Man kann die Beine nicht stillhalten. Man kommt ins Schwitzen und hat das Gefühl Tausende von Ameisen krabbeln im Bauchraum herum. Jetzt sind ungefähr 24 Stunden vergangen. Schon das kommt einem ewig vor. Es kommen nun heftiges Frieren und Schweißausbrüche dazu. Ab diesem Zeitpunkt bist du nur noch bedingt fähig, aus dem Haus zu gehen und irgendwas zu erledigen. Es kommen nun 2 Tage da kannst du gar nichts mehr machen. Erbrechen und Durchfall wechseln sich ab. Wenn dann nach 3 Tagen alles raus ist, geht es ganz langsam wieder bergauf. Am fünften Tag kommen die Lebensgeister zurück und man kann wieder unter Menschen und was erledigen. Nach 10 Tagen ist man oberflächlich wiederhergestellt. Bis man wieder so ist, wie vor der Abhängigkeit, kann ein halbes Jahr vergehen.

    Sz.: Sind Sie wieder rückfällig geworden?

    SF: Allerdings. Und zwar nicht nur einmal. In der vorherigen Frage muss noch ergänzt werden, dass der Entzug immer mit psychisch äußert belastenden Gefühls- und Gemütszuständen einhergeht. Es werden vom Gehirn Signale zur Ausschüttung von Stresshormonen freigesetzt. Man kann tagelang nicht schlafen. Hinzu kommt, dass man im Kopf wieder klar wird. Sofort fällt einem der ganze Mist ein, den man in der letzten Zeit gemacht hat. Deshalb brechen viele eine Entgiftung ab, sobald das Schlimmste überstanden ist. Wenn man es trotzdem schafft, kann noch Wochen später im Anbetracht der schlimmen Vergangenheit und schwierigen Zukunft ein Zustand der Hoffnungslosigkeit eintreten. Das ist bei mir auch oft ein Rückfallgrund gewesen. Wichtig ist bei einem Rückfall, dass man sich sofort Hilfe holt und nicht am nächsten Tag einfach weitermacht.

    Sz.: Warum möchten sie mit Schülern über Drogen sprechen?

    SF: Es liegt mir einfach am Herz, meine Erfahrungen weiter zu geben. Ich wäre damals als Jugendlicher froh gewesen, hätte mir ein Betroffener von seinen Erfahrungen berichtet. Damals (70er) war man auf Aufklärungsbroschüren der Regierung angewiesen, um seine Neugier zu befriedigen. Doch was da drin stand war genauso vage wie die Aussagen von Eltern und Lehrern. Ein selbst Betroffener ist halt immer der am meisten Glaubwürdige.

    Sz.: Wie geht es Ihnen heute/ wie stehen sie heutzutage über ihre Drogenvergangenheit?

    SF: Seelisch seit vier Jahren ausgesprochen gut. Ich habe zur mir gefunden und kann mich so akzeptieren wie ich bin. Das war wichtig um Ziele zu finden für die es sich lohnt drogenfrei zu leben. Ich gehe auch seit Jahren in eine Selbsthilfegruppe. Dort finde ich Menschen die meine Situation und Probleme genauestens nachempfinden können.
    Mit meiner Vergangenheit habe abgeschlossen. Hadern und Grübeln bringt nichts, auch Vorwürfe und Schuldzuweisungen nicht, denn genommen habe letzten Endes ich die Drogen. Allerdings erzähle ich nicht jedem von meiner Vergangenheit, denn es gibt heute immer Vorbehalte in der Gesellschaft.

    Sz.: Haben Sie noch Kontakt zur Drogenszene?

    SF: Nein. Ich bin in Frankfurt aufgewachsen, dort süchtig geworden und dann, als klar war, dass ich dort wenig Chancen habe clean zu werden, hier in den Odenwald gezogen. Es ist zwar richtig, dass man fast überall an Drogen kommt, doch wenn man es hier nicht darauf anlegt, ist die Wahrscheinlichkeit gering, jemand zu begegnen der einem etwas anbietet. Zu alten Weggefährten aus dem Drogenmilieu habe ich keinen Bezug mehr. Wenn ich bei meinen wenigen Aufenthalten in Frankfurt jemand zufällig begegne, wird nach ein paar Worten schnell klar, dass man sich nichts mehr zu sagen hat. Einen einzigen Kontakt pflege ich noch, den kannte ich aber schon vor unserer gemeinsamen Drogenzeit. Mit ihm kann ich über alles reden und obwohl er noch öfters was einfährt, nehmen wir Rücksicht aufeinander.


    Sz.: Was raten Sie Jugendlichen, die bereits abhängig sind?

    SF: Mein erster Tipp, er möge seinen Konsum überprüfen und einfach mal mit konsumieren aussetzen. Gelingt es nicht, mal eine Woche abstinent zu bleiben, so sollte man Maßnahmen ergreifen. Diese kann übers Internet geschehen. Für den, der ganz anonym bleiben will steht die Möglichkeit offen, bei http://www.drk-shg-online.info/ über sein Problem zu sprechen. Das ist das Online-Forum der Selbsthilfe des Roten Kreuzes Odenwald. Es gibt dort seit Oktober 2016 endlich eine Gruppe für junge Drogenabhängige . Wann Sie stattfindet findet man bei http://selbsthilfe.drk-odenwaldkreis.de/gruppen/ . Falls der Betroffene das nicht will, so gibt es in Erbach am Bahnhof eine Drogenberatung:

    Suchtberatungsstelle im Suchthilfezentrum des DRK-Kreisverbandes Odenwaldkreis
    Bahnstraße 43
    64711 Erbach
    06062 60770

    Ich weiß, das kostet alles Überwindung, aber gemessen an dem was man dadurch eventuell vermeiden kann, ist das ein Klacks. Ansonsten hilft aber auch immer ein Gespräch mit einer Vertrauensperson weiter, um sein Problem klarer sehen zu können.

    Sz.: Wie haben die Drogen Ihren Alltag beeinflusst?

    SF: In den Zeiten, in denen ich voll drauf war, muss ich sagen, da waren die Drogen der Alltag. Alles drehte sich um Beschaffung und Konsum. Oft mehrmals am Tag oder gar in der Nacht. Man konnte es sich nicht leisten morgens mal ohne was dazustehen. Alles andere wie Hobbys, Freunde, Ernährung und sogar die eigene Gesundheit wird zweitrangig. In Zeiten gemäßigten Konsums versuchte ich alles unter einen Hut zu bringen, was letztendlich auch immer wieder fehlschlug.
    Das Dope will einen immer ganz besitzen.

    Sz.: Wie beeinflusst ihr ehemaliger Drogenkonsum sie heute?

    SF: Auf verschiedenste Weise, denn eine Folge des Drogenkonsums ist meine Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe einmal die Woche. Eine andere Folge sind Arztbesuche die nötig wurden. Auch werde ich nie mehr auf einer Feier oder in einem Lokal unbeschwert ein paar Bier trinken können, von anderen Sachen ganz zu Schweigen. Ich muss mir immer meiner Sucht bewusst sein, denn ich bin mein Leben lang gefährdet.

    Stefan F.

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